Die Geschichte in Final Fantasy VIII begleitet den introvertierten Protagonisten Squall Leonhart, der sich im Balamb Garden für die nahende Abschlussprüfung der SeeDs vorbereitet. Die Seeds sind eine elitäre Söldnereinheit und das Herzstück eines jeden Gardens. Im stetigen Streit mit seinem ewigen Rivalen Cifer, ist es für Squall nur schwer zu akzeptieren, als er erfährt, dass Cifer der Gruppenleiter seines Abschlussprüfungsteams ist. Die Abschlussprüfung findet dabei unter realen Bedingungen in der kleinen Hafenstadt Dollet statt, in der als primäres Ziel gilt: den Feind auszukundschaften. Unter der Führung von Cifer klappt dies auch anfänglich, bis jedoch der Feind den Rückzug antritt und der Trupp unter der Anweisung des Truppenführers Reißaus nimmt und auf eigene Verantwortung handelt. Welche Konsequenzen werden sich aus dieser eigenwilligen Handlung von Cifer wohl für die Truppe ergeben?

Klassisches Final Fantasy?

Im Vergleich zu anderen Handlungen der ‘‘Final Fantasy-Serie‘‘, war ‘‘Final Fantasy VIII‘‘ schon immer für sich etwas Besonderes. Im Gegenzug zu allen vorigen Titel der Serie ist dieser Ableger sehr modern und technikrevolutionär gehalten worden. Im Vergleich zu ‘‘Final Fantasy VII‘‘ ein doch sehr gewagter Sprung in die Moderne, jedoch genau dies macht es wieder zu einem typischen Final Fantasy, wie es die Fans der Serie über die Jahre lieben und schätzen gelernt haben.

Das System um die Charakter- und Monsterentwicklung ist bisher einmalig in der ‘‘Final Fantasy-Serie‘‘, denn die Level der eigenen Charakter bestimmen die Level der Monster und somit auch deren Stärke. Aber das ist nicht das Einzige mit dem Final Fantasy VIII nur für sich spricht. Das neue Beschwörungssystem mit alten und neuen Funktionen ist das zweite Markenzeichen des Rollenspiels. Guardian Force (G.F.), so werden die Beschwörungen hier genannt, müssen nach erlangen mit einem Charakter gekoppelt werden und entwickeln sich, wie die Charaktere, über die im Kampf erlangten Erfahrungspunkte und zusätzlich über die Ability Punkte weiter. Letztere dienen dazu den G.F.s Fähigkeiten beizubringen. Diese Fähigkeiten kann sich im Anschluss der Spieler zu eigen machen. Die Charakterentwicklung in diesem Teil ist ebenso besonders wie die Beschwörungen, denn jeder Charakter benötigt für einen Level-Up lediglich 1.000 Erfahrungspunkte.

Damit ist es jedoch noch nicht getan mit der Charakterentwicklung. Wie bereits angesprochen, müssen G.F. an Charaktere gekoppelt werden. Dadurch erlangen die jeweiligen Charaktere verschiedene Fähigkeiten und weitere Kopplungsmöglichkeiten mit Zauber. Durch das Koppeln einer G.F. kann man einem Charakter beispielsweise die Fähigkeiten Draw und Item im Kampf zur Verfügung stellen, was uns nun auch zur dritten Besonderheit des Spiels bringt: das Draw-System. Mit diesem System können Monstern im Kampf Zauber entzogen und eingelagert werden. Jeder Zauber kann dabei bis zu insgesamt 100 Mal gelagert werden. Die eingelagerten Zauber hingegen lassen sich je nach Typus an den Charakter koppeln. So kann die Statusressistenz von Gift oder die Wirksamkeit von feuerelementarischen Angriffen reduziert werden. Ebenso können Zauber an Statuswerte wie HP, Geschick oder Treffer gekoppelt werden. Dadurch ist es möglich, die Charaktere unabhängig des Levels noch weiter zu stärken. Eine Gemeinsamkeit mit anderen Teilen der Spiele-Serie hat ‘‘Final Fantasy VIII‘‘ dann doch noch im petto – Nebenaufgaben auch oft Sidequests genannt. Die zwei bekanntesten sind wohl die UFO-Sichtungen und das legendäre Kartenspiel Triple Traid.

HD – Are you there?

Nachdem wir nun in der Gänze gezeigt haben, was Final Fantasy VIII Spieler bereits von der PlayStation bzw. der damaligen PC-Version kennen, kommen wir nun zu Dingen, an denen Square Enix in dem HD Remake Hand angelegt hat. Ob nun im positiven oder negativen Sinne, das wollen wir erst einmal dahingestellt lassen. Wer von euch jedoch gleich eine längere Liste von Änderungen erwartet, der sollte seine Erwartungen zunächst stark herunterschrauben: Obwohl der Titel in HD-Auflösung kommen soll, wurden lediglich die Zwischensequenzen und Charaktermodelle optisch für die HD-Auflösung optimiert. Die Hintergründe zeigen sich im vergleich zur PlayStation-Version auch weiterhin in ihren alten Texturen. Eine Anpassung zu den Charaktermodellen wäre sicher möglich gewesen und hätte sich für Square Enix durchaus auch gelohnt.

Wie schon anfänglich bei dem Final Fantasy VII Re-Release, bekommt der Spieler auch hier wieder in MIDI-Dateien umgewandelte Musikdateien vorgesetzt. Die Sounds klingen matt, stumpf und hohl und das obwohl wir von Final Fantasy VIII auf alle Fälle mehr und besseres gewöhnt sind. In diesem Fall bleibt zu hoffen, das Square Enix auch hier nachbessern wird, wie sie es bereits bei Final Fantasy VII getan haben.

An sonstigen Neuerungen gibt es noch den Magic Booster zu erwähnen, der sich gerade wohl für Spieler eignet, die das Spiel lediglich aufgrund der Handlung durchspielen wollen. Diese Funktion fügt einem Speicherstand jederzeit 100 Zaubereinheiten der verschiedensten Zauber hinzu. Somit bleibt es Spielern erspart, die Zauber aufwendig durch Draw einzulagern oder über Wandel-Abilitys der G.F. herzustellen. Für Sammler und Jäger gibt es dann noch eine Kette von Errungenschaften zu erhalten, deren Zielsetzungen großteils doch eher zu wünschen lassen. Jedoch gibt es hier einige wenige Ausnahmen, die dem Spieler doch einiges an Spielzeit abverlangen werden und die Errungenschaften, sind dann auch gefühlt tatsächlich eine Errungenschaft.

Und Last but not Least, etwas auf das PlayStation Spieler hierzulande verzichten mussten – Chocobo World! Chocobo World konnte man bereits auf der PlayStation spielen, sofern man im Besitz einer PocketStation ist, die jedoch leider hierzulande nicht auf dem Markt kam. Umso mehr werden sich Fans darüber freuen, die Möglichkeiten zu erkunden, die das kleine Nebenspiel bietet. Dies dürfte wohl auch für Chocobo-Fans vermutlich eine kleine Grundlage bieten, die als Kaufgrund standhalten kann.