Vier Jahre mussten wir darauf warten, bis die sexy Hexe Bayonetta wieder ihr Unwesen treiben darf. Was das Hack’n’Slay-Spiel so auf Nintendos Wii U zaubert, das zeigen wir euch in unserem Test.

Story

Der zweite Teil von Bayonetta knüpft direkt an den ersten Teil an. Vorkenntnisse sind also hilfreich, aber keineswegs notwendig, um in die Hexenwelt eintauchen und Spaß haben zu können. Es ist ruhig im Paradiso (Himmelreich) und Inferno (Unterwelt) geworden. Bayonetta und ihre Freundin Jeanne mussten sich schon länger nicht mehr um die Belange der Hexen und Dämonen kümmern, bis Bayonetta mitten aus ihren Weihnachtseinkäufen gerissen wird und die Seele ihrer Freundin Jeanne in die Hölle gerissen wird. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Bayonetta bleibt nur ein Tag, um die Seele wieder zu befreien und Jeanne unter die Lebenden zurückzuholen. Nachdem dem Spieler im ersten Teil noch eine kurze Zeit der Eingewöhnung zugestanden wurde, geht es hier direkt zur Sache. Auf dem Rücken eines Düsenjets muss Bayonetta die ersten Gegner abwehren, bis dies in einem Kampf gegen einen riesigen Dämon auf einem Hochhaus endet. Nach 16 Kapiteln durch zahlreiche unterschiedliche Terrains und Schauplätze, voll von Horden an Gegnern, riesigen Monstern oder Boss-Fights, endet die Reise von Bayonetta.

Spielmechanik

Wer mit der Steuerung des ersten Teils vertraut ist, wird auch sehr schnell mit dem WiiU Controller klar kommen. Die Tastenbelegung ist zum größten Teil die gleiche, auch wenn die Beschriftung der Buttons natürlich zu den Gegenstücken der Xbox 360 und PlayStation 3 anders ist. Springen, Treten, Schlagen oder Ausweichen ist an der selben Stelle zu finden. Wirkliche Neuerungen kann man hierbei nicht finden. Das Spiel ist eine Fortsetzung und genau so fühlt es sich auch an, ohne dabei schlecht oder langweilig zu werden. Aber was hätte man auch ändern sollen? Bayonetta war und ist ein grandioses Action-Spektakel. Never change a winning Team, oder wie man so schön sagt.

Alles beim Alten ist es aber natürlich nicht. Bayonetta hat neben zahlreichen neuen Waffen auch neue Fähigkeiten spendiert bekommen, die wie im Vorgänger, beim Barkeeper Rodin in seiner Kneipe „The Gate to Hell“ gegen gesammelte Credits getauscht werden können. Die größte Neuerung ist dagegen der Umbra Klimax. Diesen kann man einsetzen, indem man seine Magieanzeige mit was?während des Kampfes auffüllt. Sobald der Umbra Klimax einsatzbereit ist, wird man per Anzeige darauf hingewiesen, dass man ihn benutzen kann. Mit dämonischer Hilfe wird der Gegner dann für kurze Zeit mit riesigen Füßen oder Händen traktiert, so dass man auch noch fast verlorene Kämpfe für sich entscheiden kann. Sollte man doch sterben, so wird man an sinnvoll gesetzte Punkte zurück versetzt und kann es noch einmal probieren.

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Wenn man seinen Umgang mit der lasziven Bayonetta perfektioniert hat und nur so durch die Gegner Horden spaziert, kann man den Schwierigkeitsgrad aus einer Auswahl von drei Stufen anpassen. Ich habe das Spiel mit dem Pro Controller für die Wii U getestet, da so das Spielgefühl dem Vorgänger damit am nahesten war. Alternativ kann man es aber auch mit der Wii Fernbedienung, dem Wii Classic Controller, Wii U Pad oder dem Pad in Verbindung des Touchdisplays und Sticks bewältigen. Letzteres sorgt allerdings zuerst für Frust, da man ein wenig Zeit braucht, bis man sich im Umgang mit Bayonetta und dem Stick zurecht findet.

Multiplayer

Eine wirkliche Neuerung bei Bayonetta 2 ist der Online-Modus, den es im ersten Teil noch nicht gab. Man kann nun auch mit einem Freund oder Fremden im sogenannten „Tag-Climax-Modus“ gegen zahlreiche Wellen von Gegnern oder Bossen antreten. Als kleines Gimmick kann man hierbei Bayonetta in verschiedene Kostüme aus dem Nintendo Universum stecken. Fox McCloud aus Starfox oder Samus Aran aus Metroid sind nur zwei Möglichkeiten.

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Grafik

Einen besonders großen Sprung zum Vorgänger sollte man nicht erwarten. Das liegt aber auch an der Leistungsfähigkeit der Wii U. Dennoch, das was die Wii U da auf den Fernseher zaubert, ist eine wahre Wonne. Die zahlreichen Gegner und Effekte, die gleichzeitig wiedergegeben werden müssen, schafft die kleine Kiste problemlos bei konstanten 60 Frames pro Sekunde. Der Unterschied bei Bayonetta 2 liegt im Detail. Dank zusätzlicher Polygonen ist ihr Hintern jetzt noch ein wenig runder und Gegner und Umgebung wirken durch verbesserte Animationen und detaillierteren Texturen lebhafter als beim Vorgänger. Die Zwischensequenzen wurden zwar verbessert, wirken aber immer noch etwas steif.

Sound

Auch im Sounddesign reiht sich Bayonetta 2 nahtlos hinter dem ersten Teil ein. Wenn auf dem Bildschirm zahlreiche Kombos und Aktionen gleichzeitig abgefeuert werden, sind der Sound und die dazugehörigen Effekte stimmig und nicht aufdringlich oder störend. Die Hintergrundmusik ist zwar Geschmackssache, aber auch die passt wie Arsch auf Eimer zum Japano-Style des Spiels. Die Sprachausgabe ist auf englisch oder wahlweise auf japanisch mit deutschen Untertiteln, die sich wiederum abschalten lassen.