Review: Outlast für PC

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Review Outlast für PC
©Red Barrels

Was würdet ihr machen, wenn ihr eine mysteriöse E-Mail erhält, die über unmenschliche Experimente erzählt, der einsame Hilfeschrei eines Angestellten? Würdet ihr euer Leben riskieren, um die Grausamkeit aufzudecken? Willkommen in der Welt von Outlast & Outlast Whistleblower, der DLC.

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Um was geht es?

Miles Upshur, ein Journalist aus den USA, erhält eine E-Mail. In der steht geschrieben, dass im Mount Massive Asylum an mental kranken Patienten experimentiert wird. Hinter diesem Asylum steht ‚Murkoff‘. Miles macht sich auf den Weg zum Asylum und bricht in dieses ein. Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte er vermutet, was in hier erwartet. Blut und Gedärme soweit das Auge reicht, verunstaltete Menschen die kaum noch menschlich aussehen sowie das Gerede über eine Religion, welche sich in den Hallen des Asylums bildet. Was geht hier vor, und wie schafft es Miles wieder lebend heraus?

Outlast Whistleblower vertieft die Geschichte von Outlast. Der Hauptcharakter ist Waylon Park, der Absender der Mail. Leider wird Waylon erwischt und der gleichen „Therapie“ unterzogen wie all den Insassen der Asylums. Durch den Ausbruch des Walriders kann Waylon fliehen, und er hat die gleiche Mission wie Miles – überleben.

Review Outlast für PC - Kreuz
©Red Barrels

Story

Das Hauptspiel fängt relativ normal an. Miles erreicht das Asylum und muss darin einbrechen. Alles kein Problem, ja? Der erste Jumpscare ist ein erhängter Security, welcher von der Decke fällt. Danach trifft Miles auf einen weiteren Security, welcher von einem anderen Charakter aufgespießt wurde und nach einem kurzen Gespräch, wo er Miles vor dem Asylum warnt, stirbt. Okay… Danach will sich Miles durch einen engen Gang zwängen doch wird vom selben Charakter erwischt wie der Security – ein grausam entstellter Mann, welcher Miles durch ein Fenster in die Eingangshalle des Asylums wirft. Was für ein Spaß! Hier trifft ihr das erste Mal auf Father Martin, der Miles als Apostel ansieht. Da die Türen verriegelt sind muss Miles einen Weg hinausfinden, doch Father Martin spritzt ihm ein Beruhigungsmittel und bringt ihn ins Gefängnis des Asylums. Ab hier gilt die Devise – lauf oder stirb.

In Whistleblower startet Waylon im Areal, wo das Hauptspielt aufhört, aber einige Stunden zuvor. Nachdem er die Mail abschickt, wird er zum Labor gerufen, um Probleme im System zu reparieren. Zur gleichen Zeit wird ein Insasse in das Labor gebracht, um an ihn zu experimentieren. Er reißt sich los und flieht Waylon an, ihn zu helfen. Der Insasse wird wieder gefangen genommen und in die große Maschine gezwungen. Am Bildschirm neben Waylons Arbeitsplatz könnt ihr sehen, wie die Maschine den Insassen verändert. Danach kehrt Waylon zu seinem Laptop zurück, wird aber gefangen genommen da die Mail abgefangen wurde. Er wird eine ‚Therapie‘ unterzogen, doch der Ausbruch des Walriders unterbricht diese und Waylon flüchtet in die Hallen des Asylums.

Review Outlast für PC - Asylum
©Red Barrels

Am Anfang der Story denkt man sich bei jedem Treffen mit Insassen, was zum Teufel mit denen passiert ist. Es gibt keinen einzigen Insassen der noch irgendwie normal aussieht. Was ist hier passiert? Zuerst hadert das Spiel mit der Glaubwürdigkeit, doch je weiter ihr in das Asylum vordringt, je mehr Akten und Zetteln ihr findet, desto mehr Sinn ergeben alle Vorkommnisse, alle Ekel den ihr zu sehen bekommt. Und die Frage nach dem ‚Warum?‘ wird auch beantwortet.

Durch beide Spiele zieht sich ein großer roter Faden – Überleben! Miles und Waylon müssen aus dem Asylum fliehen und dabei Gegnern aller Art aus dem Weg gehen. Um zu überleben, müssen Miles und Waylon zum Teil anderen Insassen helfen und kreativ werden, um Hindernisse zu überwinden. So muss Miles die Sprinkleranlage des Asylums aktivieren, um ein Feuer auszulöschen, welches sein vorankommen hinderte. Ganz cool sind die Momente, wo sich die beiden Spiele überlappen, z.B. am Ende von Whistleblower, wo die Leiche des schlimmsten Gegners in Outlast gefunden werden kann.

Horror in Irrenhäusern ist nichts neues. Diese Trope gibt es seit mehreren Jahrzenten aber Red Barrells brachte sie mit Outlast auf einen neuen Standard. Auf den ersten Blick erscheinen die Insassen als Gegner, gegen die ihr fliehen müsst. Je tiefer ihr aber in die Geschichte des Spieles geht desto mehr realisiert ihr, dass die Gegner nur Opfer sind und Murkoff das wahre Monster des Spieles ist.

Spannend ist Outlast auf alle Fälle. Hinter jedem Eck und jeder Kante kann eine Gefahr lauern, und in den meisten Momenten ist es auch so. Mehr als einmal habe ich in meinen Playthroughs meinen Controler weglegen müssen, da das Spiel mich so erschrocken hat oder ein Jumpscare mich aus der Fassung gebracht hat. Ihr gewöhnt euch mit der Zeit an diese Momente…und dann haut das Spiel eine Cutscene raus, in dem Miles zwei Finger abgeschnitten werden, oder wo Waylon mitansehen muss, wie ein Insasse andere Insassen kastriert…mit einer Kreissäge.

Die Story insgesamt ist sehr spannend, und es wird euch wirklich empfohlen, Dokumente und Aufnahmen zu beachten, da diese die Story noch mehr vertiefen. Ihr wollt, dass Miles und Waylon heil aus dem Asylum entkommen, egal was ihnen die Story in den Weg wirft! Aber es ist nichts so einfach, wie es aussieht!

Charaktere

Der Hauptcharakter von Outlast ist Miles Upshur. Sein Name ist eine Referenz an ein englisches Sprichwort – „Miles up shore without a paddle“. Meilen weg von der Küste ohne ein Paddel. Sprich, wenn so etwas passiert steckt ihr tief im Mist. Miles steckt auch während des gesamten Games tief im Mist. Schon in den ersten Minuten brechen ihn durch den Fall einige Rippen, später im Spiel werden ihm zwei Finger abgeschnitten und sein Ende ist nicht so rosig wie das von Waylon. Hintergründe zu Miles gibt es kaum, nur, dass er auf Aufdeckungsstorys aus ist und unter anderem in Afghanistan war.

Review Outlast für PC - Miles
©Red Barrels

Waylon Park bringt den Stein mit seiner Mail ins Rollen und wird dadurch Hauptcharakter der DLC Whistleblower. Von ihm weiß man etwas mehr – er ist ITler, hat eine Frau und zwei Söhne daheim. Diese sind seine Motivation, dass er lebend aus dem Asylum entkommen will. Auch Waylon passiert ein Unglück nach dem nächsten. Zuerst hat ihn ein Kannibale als Mittagessen ausgesucht, dann will ein Wahnsinniger ihn zu Frau machen (plus DIY Geschlechtsumwandlung). Sein Ende ist freudiger als das von Miles, auch wenn er Kompromisse eingehen muss um Murkoff zu schaden.

Review Outlast für PC - Waylon
©Red Barrels

Ein Gegner zieht sich durch beide Spiele, und das ist Chris Walker. Chris ist der erste große Gegner, den Miles vor sich hat. Er ist auch derjenige, der Miles in die Eingangshalle wirft. Er ist riesig, extremst muskulös und ein One Hit Kill für beide Hauptcharaktere. Während Waylon ihn nur zweimal zu Gesicht bekommt trifft Miles ihn öfter in seiner Story. Über Chris ist bekannt, dass er früher Polizist war und später für Murkoff arbeitete. Weil er Morde an verschiedenen Mitarbeitern beging wurde er in Mount Massive eingewiesen.

Review Outlast für PC - Chris
©Red Barrels

Dr. Rick Trager ist Miles‘ größter Feind. Zuerst lockt er ihn unter dem Vorwand ihm helfen zu wollen, in einen Aufzug. Hier entpuppt sich die Hilfe als ein weiterer Wahnsinniger, der Miles schaden will. In seinem „OP-Raum“ schneidet er Miles zwei Finger ab und redet davon, dass er als nächste seine Zunge rausschneiden will, weil er es leid ist, Briefmarken abzulecken. Dr. Rick Trager war früher auch ein Mitarbeiter von Murkoff. Er verscherzte es sich mit der falschen Person (welche er vergewaltigen wollte) und landete ebenfalls im Programm von Mount Massive.

Review Outlast für PC - Rick
©Red Barrels

Einer der ikonischen Charaktere der ganzen Serie ist Eddie Gluskin. Er kommt in Outlast Whistleblower vor und ist Waylons letzter Gegner. Er nennt seine Opfer ‚Darling‘ und redet davon, wie er Waylon zu seiner Frau machen will, wie schön die Hochzeit sein wird und wie sehr er sich darauf freut, Kinder zu haben. Ja, er kastriert seine Opfer mit einer Kreissäge und wenn ihm das Resultat nicht gefällt, lässt er sie sterben und hängt die Leichen auf. Von Eddie ist bekannt, dass er als Kind von seinem Vater und Onkel vergewaltigt wurde. Seine Wut lässt er an Frauen aus und als Serienkiller wurde er nach Mount Massive verwiesen.

Review Outlast für PC - Eddie
©Red Barrels

Synchronisation

Das Spiel ist komplett auf Englisch gehalten, für andere Sprachen gibt es Untertitel.
Miles und Waylon wurden vom gleichen Synchronsprecher ‚gesprochen‘. Gesprochen ist hier in Anführungszeichen, da die beiden bis auf Schnaufen, einen Schrei hier und da, komplett still sind. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht.

Alle anderen Charaktere werden synchronisiert. Da es nicht viele verschiedenen Charaktere gibt, ist auch die Auswahl an Sprechern relativ klein. Shawn Baichoo übernahm die Rollen von Miles und Waylon. Wer mein Cyberpunk 2077 Review gelesen hat wird sich an Alex Ivanovici erinnern, welche Dr. Rick Trager seine Stimme leiht. Eine fantastische Arbeit leistete Graham Cuthbertson als Eddie Gluskin, bekannt aus verschiedenen Assassin’s Creed Teilen. Kyle Gatehouse wird euch als Oswald in Assassin’s Creed Valhalla oder Ethan aus Far Cry New Dawn bekannt sein – in Outlast hat er verschiedene kleinere Sprecherrollen. Die Stimmen passen zu allen Charakteren, und jeder Sprecher hat gute Arbeit geleistet.

Spieldesign

Bei der Steuerung des Spieles unterscheidet sich Outlast gravierend von anderen Horrorspielen. Während ihr in Spielen wie Resident Evil oder The Evil Within den Gegnern den Schädel wegballern könnt, seid ihr in Outlast komplett ohne Waffen. Die einzige Ausrüstung, welche Miles und Waylon verfügen, sind Kameras mit Nachtsicht. Diese könnt ihr benutzen, um euch in den stockfinsteren Teilen des Asylums zurecht zu finden. Aufpassen! Die Kameras benötigen Batterien, welche ihr finden müsst. Ohne Batterien könnt ihr die Nachtsicht nicht verwenden.

Review Outlast für PC - Nachtsicht
©Red Barrels

Am Anfang müsst ihr euch an diese Situation gewöhnen. Ganz hilflos zu sein ist ein neues Gefühl, und macht euch noch anfälliger für diverse Jumpscares. Eure Optionen sind Verstecken (unter Tischen, in Schränken…) oder Rennen. Zum Glück können Miles und Waylon endlos rennen. Es werden euch sehr viele Gegner sehr oft erwischen, bis ihr euch auf diese Hilflosigkeit gewöhnt.

Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen für die beiden Games – Normal, Hard, Nightmare und Insane. Mit jeder Schwierigkeitsstufe werden Gegner stärker und schlauer und könnt euch dadurch leichter finden. Auch Batterien werden schwieriger zu finden. Ab Nightmare könnt ihr nur noch zwei Batterien mit euch mitführen, und Insane hat keine Checkpoints! Wenn ihr im Game stirbt, müsst ihr von neuen anfangen! Ja, Rage Quits sind bei diesem Schwierigkeitsgrad erlaubt! Das erhöht aber auch den Wiederspielwert, da ihr unbedingt die (manchmal gemeinen) Trophäen bekommen und es den Gegner zeigen wollt!

Die Spielwelt von Outlast ist, ohne Infos von Dokumenten, recht verwirrend. Warum wird in einem Asylum in Colorado an einem Nanoschwarm gearbeitet, der nur durch luzides Träumen gesteuert werden kann? Was hat ein Naziwisschenschaftler damit zu tun? In Dokument, mit der DLC sowie Comics wird ein Einblick in die Welt von Outlast geschaffen, und warum Dinge so sind wie sie passieren! Die Comic Bücher können gratis auf der Website von Red Barrels gelesen werden!

Grafik und Sound

Da Outlast im Jahr 2013 erschien, ist die Grafik im Vergleich zu heutigen Games schlechter. Wenn ihr aber bedenkt, dass das Spiel von einem Indiestudio mit wenigen Mitarbeitern erstellt wurde, ist die Grafik mehr als nur passend. Sehr cool finde ich, dass so viel Wert auf Gore im Spiel gelegt wurde – es fühlt sich wirklich an, als wären die Gedärme echt. Allein dieser Faktor stellt einem die Haare zu Berge und verändert das Feeling. Eine solche Atmosphäre habe ich selten in einem Game gespürt.

Review Outlast für PC - Gore
©Red Barrels

Der Sound von Outlast passt perfekt. Während die Hauptcharaktere sicher sind, gibt es nur wenige Hintergrundgeräusche, und ihr hört hauptsächlich eure eigenen Schritte. Es gibt keine Geräuschverzögerung. Sollte ein Gegner hinter euch her sein, verändert sich die Musik drastisch. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Musik von Eddie Gluskin. In den ersten zwei Minuten spielt die Musik während er euch sucht. Bei der 2:00 Marke hat er euch entdeckt und rennt euch nach.

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In Outlast gibt es einige Glitches, z.B. Vermehrung von Gegnern oder die üblichen Probleme mit Wänden und Möbeln. Mein Lieblingsglitch ist der Türsprung-Glitch. Am Anfang des Spieles, beim ersten Jumpscare, könnt ihr die Türe von innen öffnen und gleichzeitig springen. Wenn ihr es richtig timt, kann Miles auf die Türe springen und sich außerhalb der normalerweise spielbaren Welt bewegen. Mit der richtigen Strategie findet ihr den Trigger, um Miles in den letzten Abschnitt des Spieles zu katapultieren. Somit könnt ihr knapp 90 % des Spieles skippen!

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Präsentation

Zuerst gab es Outlast nur als Download. Erst nach Veröffentlichung von Outlast 2 kam ein „Trinty Bundle“ auf den Markt, welches Outlast, Outlast Whistleblower sowie Outlast 2 enthält. Es gibt keine Limited Editions oder ähnliches für dieses Spiel. Merchandise gibt es auf der Red Barrels Website. Unter anderem wurden Windeln (!!!) als Merchandise verkauft, da viele Spieler schrieben, dass Outlast „made them lose their shit“ – sie haben sich wegen dem Spiel angekackt.

Überzeugt euch selbst und holt euch hier „Outlast“

Mehr Infos zu Outlast findet ihr auf sevengamer.de!

Outlast für PC
EntwicklerRed Barrels
PublisherRed Barrels
Genre:Survival Horror, Indie
KonsolePC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch
Text/Sprache:Englisch
Spieleranzahl1
Veröffentlichungsdatum Outlast4. September 2013
Veröffentlichungsdatum Outlast Whistleblower6. Mai 2014
USK18
UVPOutlast: € 16,79
Outlast Whistleblower: € 7,39
Outlast Trinity: € 39,33
Überblick der Rezensionen
Story/Atmosphäre
10
Charaktere
8
Synchronisation
8
Spieldesign
9
Balance
9
Grafik & Sound
10
Präsentation
7
Preis-Leistungs-Verhältnis
8
21. Österreich. Resident Evil, Outlast, Pokémon, Far Cry...und vieles mehr :)
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