Review: Hypercharge: Unboxed für PC

0
Review Hypercharge Unboxed für PC - Beitragsbild
Hypercharge: Unboxed © Digital Cybercherries

Einen Shooter wie in eurer Kindheit erleben und genießen geht heutzutage nicht mehr? Hypercharge: Unboxed hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Gefühl wiederzubeleben und macht mit seinem Ansatz vieles richtig.

Um was geht es in Hypercharge: Unboxed?

Einst gab es zwei kleine Jungen, die gerne in ihrem Kinderzimmer gespielt haben. Irgendwann entschieden die Eltern, ihnen jeweils eine Spielfigur zu kaufen. So bekam jeder der beiden eine Actionfigur, der jüngere Bruder eine namens „Max Ammo“, der ältere eine Special-Edition der gleichen Figur namens „Max Damage“.

Beide Spielfiguren freuten sich darauf, endlich ausgepackt und bespielt zu werden, damit gemeinsame Erinnerungen geschaffen und gesammelt werden könnten. Bei Max Ammo war das auch der Fall. Der kleine Junge konnte kaum erwarten, ihn endlich aus der Verpackung nehmen zu können und drauf los zu spielen.

Sein älterer Bruder jedoch ließ Max Damage als Sammlerfigur in der Verpackung und entschied sich nicht, wie der jüngere Bruder, mit ihm zu spielen, sondern ihn im Schrank aufzubewahren.

Dies führte dazu, dass Max Damage sich ungewollt fühlte und neidisch auf Max Ammo wurde.

Max Ammo hat im Laufe der Zeit alle gemeinsamen Erinnerungen mit dem Jungen in sogenannten „Hypercores“ gesammelt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese mit seinem Leben zu beschützen. Dies war bisher aber nicht nötig, da keine Bedrohung herrschte.

Bis zu dem Tag, als Max Damage sich aus seiner Verpackung befreite. Aus Frust, dass er nicht so tolle Erinnerungen sammeln konnte, sondern im Schrank verstauben musste, entschied er sich allen Hypercores den Garaus zu machen, damit auch Max Ammo so viel Leid wie möglich zugefügt wird und alle Erinnerungen der Kinder zunichtegemacht werden.

Als er den ersten Hypercore angriff und ausschaltete, erleidete er jedoch einen schlimmen Stromschlag, was ihn im Endeffekt entstellte und einen Teil seiner Rüstung zerstörte, was Max Damage den neuen Namen „Major Evil“ einbrachte.

Daraufhin vereinte er sich mit unterschiedlichen Spielfiguren aus dem Kinderzimmer und führte eine Armee unterschiedlicher Einheiten in die Schlacht gegen Max Ammo zur Zerstörung seiner Hypercores und dem damit verbundenen Auslöschen aller Kindheitserinnerungen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Story

Die Story von Hypercharge: Unboxed steht zwar absolut nicht im Vordergrund, aber wird dennoch kreativ und nostalgisch in Comics gezeigt und gleichzeitig erzählt. Wer sich damals für Comics interessiert hat, wird hier wieder in die gute alte Zeit hineinversetzt, denn der Zeichenstil und der Erzählstil sind genauso von damals übernommen worden.

Die Comics werden jeweils am Anfang eines Levels gezeigt und bevor ihr in das jeweilige Level startet, wird euch noch eine Geschichte darüber erzählt, um was für eine Schlacht es sich handelt und was Max Damage wieder Neues ausgeheckt hat, um euch die Hypercores streitig zu machen.

Die Geschichte wird sehr spannungsgeladen erzählt. Ihr zu lauschen, macht neugierig, da sie das Gefühl wiederbringt, wie damals im Fernsehen, wenn die Lieblingsserie lief und man selbst wissen wollte, wie es zu der jeweiligen Situation kam und was danach auf einen wartet. Diese ganzen Aspekte stehen in Hypercharge: Unboxed zwar nicht im Vordergrund, aber wenn ihr euch für Stories interessiert, wird hier keine unbedingt originelle, aber nostalgische Geschichte erzählt.

Charaktere

Was die Charaktere des Spiels anbelangt, sind nicht allzu viele gegeben, die storyrelevant sind.

Lediglich die zwei Actionfiguren, die gleichzeitig als Befehlshaber fungieren, kommen immer wieder, aber abseits derer gibt es unterschiedliche Spielzeuge, die keine weitere Funktion in Hypercharge: Unboxed haben.

Synchronisation

Die ausschließlich englische Synchronisation ist in Hypercharge: Unboxed ebenfalls äußerst stimmungsvoll gelungen.

Obwohl es ein eher kleines Entwicklerstudio ist, sind viele Synchronsprecher an dem Spiel beteiligt. Demzufolge hat jeder vorkommende Charakter auch seine eigene Stimme, die ihm gleichzeitig eine eigene Persönlichkeit verleiht.

So gibt es einen Geschichtenerzähler, der euch atmosphärisch in jedes Szenario, das ihr in der Story von Hypercharge: Unboxed spielt, mit einer dazugehörigen Geschichte einführt, und einen Befehlshaber, der euch in befehlendem Tonfall ansagt, welche Einheiten in der nächsten Welle auf euch zukommen, und ebenfalls mögliche Stromausfälle beziehungsweise niedrige Energielevel bei den einzelnen Hypercores meldet.

Spieldesign

Was die Spielmodi anbelangt, ist Hypercharge: Unboxed in zwei Kategorien eingeteilt. Einerseits hat das Spiel einen vielseitigen Multiplayer-Modus, in dem Spieler gegen andere Spieler in unterschiedlichen Modi antreten und auf der anderen Seite einen kooperativen Story-Modus, bei dem auf verschiedenen Karten mehrere Wellen von Gegnern besiegt oder Bosskämpfe gemeinsam bestritten werden müssen.

PVP-Multiplayer

Der PVP-Bereich ist nochmals in unterschiedliche Modi eingeteilt:

  • Deathmatch, der klassische Jeder-gegen-Jeden Modus, bei dem derjenige mit den meisten Kills in einer bestimmten Zeit gewinnt.
  • Team-Deathmatch, bei dem die Kills als Team gezählt werden und wer am Ende der Zeit als Team die meisten Kills vorweisen kann, hat gewonnen.
  • Infection, ein Modus, bei dem es sowohl Infizierte gibt als auch Unversehrte, die aber nur begrenzt Munition haben und durch geschicktes Fortbewegen den jagenden Infizierten ausweichen müssen, um ihr Überleben zu sichern.
  • King of the Hill: Wie der Name es schon sagt, geht es darum, am längsten auf einem bestimmten Punkt auf der Karte verweilen zu können und wer am längsten dort stehen bleiben kann, gewinnt den Modus.
  • Capture the Battery, ein ähnlicher Modus zur klassischen Flaggeneroberung, bei dem es darum geht, statt einer Flagge die Batterie des gegnerischen Teams zu stehlen und in seinen eigenen Energiepool zu stecken.

Das sind alle enthaltenen Modi des PVP-Bereichs von Hypercharge: Unboxed, die insgesamt auch tadellos funktionieren. Es gibt jedoch einen Kritikpunkt bezüglich des Spawnbereichs, der nicht immer nachvollziehbar gesetzt ist. Während ihr im ersten Moment einen Gegner erledigt, kann es passieren, dass dieser anschließend hinter euch wiederkommt, wodurch ihr kaum Zeit zu reagieren habt. Das ist aus meiner Sicht jedoch verkraftbar und solange ihr euch aktiv auf der Karte hin- und herbewegt und nicht durchgehend auf einem Punkt stehen bleibt auch kein allzu großes Thema mehr.

PVE-Multiplayer

Der PVE-Modus, also der Modus, in dem ihr gemeinsam gegen Gegnerwellen antretet oder Bosskämpfe bestreitet, teilt sich in unterschiedliche Karten auf, bei der jede Karte individuell gestaltet ist und ihre Kniffe und Tücken mit sich bringt. So gibt es dort bereits eine Vielfalt an Karten, die sowohl auf dem Lockeren- , Normalen- , Experten- und Albtraumschwierigkeitsgrad gemeistert werden können.

Je nachdem, wie ihr ein Level abgeschlossen habt, schaltet ihr auch neue Gegenstände frei. Wenn zum Beispiel alle Hypercores am Ende der unterschiedlichen Gegnerwellen auf einer Karte unversehrt bleiben, winkt euch die Platin-Auszeichnung für dieses Level, solltet ihr es auf dem lockeren oder normalen Schwierigkeitsgrad gemeistert haben. Bei den höheren Schwierigkeitsgraden winken euch auch andere Auszeichnungen wie Diamant, Smaragd und Rubin.

Dadurch erweitert sich euer Arsenal an Gegenständen, die ihr in Hypercharge: Unboxed freischaltet, mit immer weiter fortschreitendem Spielfluss.

Hypercharge: Unboxed Maps © Digital Cybercherries

Skins und Ausrüstung

Ein großer Pluspunkt, wie ich finde, ist, dass es in Hypercharge: Unboxed keinerlei Ingame-Käufe gibt, um das nostalgische Spielgefühl, wie es früher war, zu fördern und wieder zu erwecken. Somit könnt ihr alle Spielgegenstände lediglich durch das Spielen freischalten. Das bezieht sich sowohl auf etwaige Skins, von denen es wirklich viele gibt, als auch auf Ausrüstungsgegenstände wie Abwehranlagen bei den PVE-Multiplayer-Leveln. Während ihr anfangs nur mit einer einfachen Klemmbausteinmauer, Giftranken und einer Explosivfalle startet, schaltet ihr im weiteren Verlauf weitere Verteidigungsanlagen wie Raketentürme, Flugabwehr und automatische Geschütze frei, die euch beim Wiederholen eines Levels vieles deutlich einfacher machen.

Gerade was die Skins anbelangt, bleiben keine Wünsche offen. Ihr könnt sowohl euren Typ auswählen, also ob ihr eher Soldat, Ninja, Reptil, Insektoid oder sonstiges sein wollt, als auch weitere Anpassungen innerhalb eures Typs treffen. Euch gefällt der Kopf vom Alien nicht? Dann tauscht ihn gegen einen von den 18 anderen aus. Euch gefällt die Farbe eurer Rüstung beim Soldaten nicht? Dann wählt eine andere aus der unglaublich großen Palette an Optionen aus. Zusätzlich könnt ihr noch die Farbe eurer Waffe anpassen, damit die auch stimmig mit eurer Rüstung ist, und nicht zuletzt auch noch die Verpackung, in der ihr in der jeweiligen Runde erscheint, denn ihr startet in jeder Runde in eurer eigenen Verpackung, aus der ihr erstmal austretet, um anschließend ins Getümmel zu stürzen.

Grafik und Sound

Grafik

Grafisch kann Hypercharge: Unboxed als sehr spielerisch und farbenfroh beschrieben werden. Alles ist, wie ihr es aus der Kindheit kennt, kunterbunt gehalten und auch die Kampfanimationen sind sehr kindgerecht dargestellt. Solltet ihr einen „Fiesbot“ wie die Standardgegner in dem Spiel heißen, ausschalten, geht der schlichtweg kaputt und zerfällt in seine Einzelteile. Ähnlich kinderfreundlich sind auch andere Spielfiguren gehalten. Die alten Pappeflugzeuge zum Beispiel fallen schlichtweg auseinander und krachen auf den Boden, und die fliegenden Einhörner, die einen magischen Schild um sich herum haben, tun dies ebenfalls, sobald sie von euch ausgeschaltet wurden.

Einen witzigen Ansatz, der in Hypercharge: Unboxed benutzt wurde, finde ich den Umgang mit verschiedenen Markennamen. Dadurch, dass das Spiel keinerlei Lizenzrechte an echten Produkten hat, die Entwickler diese aber dennoch implementieren wollten, haben sie schlichtweg das Design der echten Produkte übernommen und den Markennamen leicht abgeändert, sodass keiner dahinterkommen kann, was für ein Produkt das denn sein könnte. Ich habe schließlich auch noch nie von einer Gaming-Headset-Marke namens „Seinheiser“ gehört. Oder habt ihr etwa schon mal was von dem Shampoo „legs & elbows“ mitbekommen?

Hypercharge: Unboxed Elbows & Legs Shampoo © Digital Cybercherries

Sound

Der Sound ist genauso kinderfreundlich gehalten wie auch die Grafik. Selbst berühmte Lieder wurden für das Spiel abgeändert, sodass es möglichst in das Kinderuniversum passt. Das in dem Spiel eingebrachte Lied „Highway to Heaven“ erinnert klanglich stark an ein Lied mit ähnlichem Titel aus der Rockwelt, wurde aber für das Spiel angepasst und überarbeitet, sodass es sich tadellos in das Spielgeschehen einfindet und ein einwandfreies Gesamtpaket abliefert.

Review Hypercharge Unboxed für PC - Beispielbild Song
Hypercharge: Unboxed Song © Digital Cybercherries

Der Soundtrack passt sich zusätzlich zu seiner Kinderfreundlichkeit auch an die jeweilige Situation an, wodurch beispielsweise Bosskämpfe und die verschiedenen Wellen intensiviert werden.

Präsentation

Da es sich hierbei lediglich um eine digitale Ausführung von Hypercharge: Unboxed handelt, kann ich weder auf eine Verpackung noch deren Inhalt eingehen.


Ein herzliches Danke geht an die Publisher und Entwickler von Hypercharge: Unboxed Digital Cybercherries, welche uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten.


Oddsparks: An Automation Adventure
Publisher Digital Cybercherries
Entwickler Digital Cybercherries
GenreEgo-Shooter, Indie Game, Tower Defense, Action-Adventure, Echtzeit-Strategiespiel
KonsoleNintendo Switch, Xbox One, Xbox Series, PC
SpracheEnglisch
TextDeutsch, Englisch, Französisch, Spanisch – Spanien, Spanisch – Lateinamerika
Spieleranzahl1-4
Veröffentlichungsdatum27. April 2020
USK12
UVP24,99€
Überblick der Rezensionen
Story/Atmosphäre
8
Charaktere
8
Synchronisation
9
Spieldesign
8
Balance
10
Grafik und Sound
9
Preis-Leistungs-Verhältnis
10
Vorheriger ArtikelPalworld: Patch v0.3.2 Arena Bugfix veröffentlicht
Nächster ArtikelFinal Fantasy XIV: Dawntrail – geplante Änderungen an den Jobs
review-hypercharge-unboxed-fuer-pcZusammenfassend kann ich sagen, dass Hypercharge: Unboxed für diejenigen, die wieder das nostalgische Gefühl von früher haben wollen, als sie ein Vollpreisspiel gekauft habt und sie den vollen Umfang davon auskosten konnten, auf jeden Fall lohnenswert ist. Doch nicht nur für diejenigen lohnt es sich, sondern aufgrund der Kinderfreundlichkeit ist das auch ein prima Titel für Kinder, die gerne etwas Spannenderes und Lebendigeres spielen wollen, aber nicht schon in jungen Jahren der Brutalität von den bekannten Spielen ausgesetzt werden sollen.
0 0 votes
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Siehe alle Kommentare