Allen Abenteurern und Nicht-Abenteurern ein frohes neues Jahr, kupo!

Auf dass sich Eure Taschen mit Gil und Eure Mägen mit Köstlichkeiten füllen mögen.

Wie ihr bestimmt bereits wisst, steht das neue Jahr laut den fernöstlichen Prophezeiungen im Zeichen der Schlange.
Und wie jedes Jahr huldigen die Abenteurer Vana’diels dem diesjährigen Toshigami, wie die zwölf Schutzgottheiten in Tiergestalt genannt werden, und bitten um seinen Segen.

Denn wer will sich schon auf gefährliche Abenteurer begeben, ohne mit der Schutzgottheit auf gutem Fuß zu stehen?
Aber eine Schlange? Das könnte schwierig werden …

Denn Schlangen sind ja als scheue Geschöpfe bekannt. Ob sich dieses Jahr überhaupt ein Toshigami blicken lässt?

Ich jedenfalls wünsche allen Abenteurern viel Glück und gute Gesundheit im neuen Jahr, kupo!

Ob es dieses Jahr einen Toshigami zu sehen gibt und was ein leichtsinniger Beschwörer-Tarutaru damit zu tun hat, könnt ihr hier nachlesen.

Liebe Abenteurer Vana’diels,

die besten Wünschen und alles Gute für das neue Jahr sendet euch das gesamte FINAL FANTASY XI-Team aus Tokio!

Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Elf! Denn FINAL FANTASY XI wird dank eurer Unterstützung im Sommer sein elftes Jubiläum feiern! Dafür möchten wir euch schon jetzt ganz herzlich danken.

Bereits im Frühjahr gibt es einen weiteren Grund zu feiern. Das nächste Erweiterungspaket steht ins Haus und wird euch mit Ulbuka eine völlig neue Region zum Erkunden und Abenteurern bieten. Seid außerdem versichert, dass wir den Blick nicht bloß nach vorne richten. Um ein Vana’diel zu schaffen, das ihr jeden Tag gerne besucht, werden wir auch weiterhin mit vollem Engagement alle bestehenden Inhalte noch einmal auf den Prüfstand stellen und wenn nötig verbessern.

Wir freuen uns, auch 2013 an eurer Seite durch Vana’diels Weiten zu streifen! Möge Altanas Segen allzeit über euch wachen!

Das Entwickler- und Marketing-Team von FINAL FANTASY XI

Illustration: Mitsuhiro Arita


Neujahrsglück im Unglück

„Der Leviathan natürlich!“

Ich möchte von Anfang an klarstellen, dass das nicht meine Idee-Weh war, sondern die von diesem vermaledeiten Weißmagier.

Und dieser Weißmagier fügte mit seinem neunmalklugen Lächeln hinzu: „Der Toshigami des neuen Jahres ist nun mal die Schlange. Und was passt da besser als die legendäre Seeschlange Leviathan?“ In seinen Worten-Orten schwang eine kräftige Portion Überheblichkeit mit. „Oder etwa nicht?“, setzte er noch nach.

Die Vana’diel-Tribune druckte vor nicht allzu langer Zeit einen Artikel über den selbstlosen Admiral Veydal, der sein Leben für das seiner Männer gab, und die Riesenschlange Leviathan, die den Namen ihres würdigen Widersachers von aller Schande reinwusch. Beide sind als Sternbilder am Firmament verewigtaru, wie jedes Kind weiß.

Zumindest auf den Kontinenten Quon und Mindartia kennt jedermann die Legende-Ende. Für ihre Bekanntheit im Ferner Osten oder in dem Land im Westen, von dem man in letzter Zeit gerüchteweise hört, kann ich nicht bürgen.

Doch dieser Weißmagier hatte Recht, das musste ich ihm lassen. Der Leviathan würde einen ausgezeichneten Schutzgott abgeben. Als Beschwörer wusste ich das nur zu gutaru.

Denn wie jeder Bewohner Vana’diels weiß, nehmen die Toshigami zu Jahresbeginn ihre Tiergestalt an und streifen durch alle Winkel der Kontinente. Doch in welcher Gestalt der diesjährige Schutzgott erscheinen und wo er zu erblicken sein würde, wurde unter den Abenteurern zurzeit lebhaft diskutiertaru.

So entschloss ich mich, den Leviathan herbeizurufen. Wenn es mir tatsächlich gelingen sollte, den Toshigami in unsere Welt-Zelt zu rufen, würde sich mein Können unter den Abenteurern sicherlich in Windeseile herumsprechen.

Ich hielt den Plan für eine ausgesprochen gute Idee. Schließlich ging es um meinen Ruf als Beschwörer. Und der hatte etwas gelitten.

„Sag mal, erinnerst du dich noch? Da gab es doch diese Geschichte … Als du versucht hast, einen Fenrir zu beschwören …“ Dieser überhebliche Weißmagier wusste ganz genau, dass ich „diese Geschichte“ nicht vergessen hatte.

Das Ritual war ordentlich nach hinten losgegangen.
Es war genau zur gleichen Jahreszeit, dass ich auf freiem Feld-Welt versucht hatte, einen Fenrir zu beschwören. Doch er war außer Kontrolle geraten und hatte sich auf und davon gemacht. Also nahm ich die Verfolgung auf, was für einen Tarutaru keine leichte Aufgabe war.
Immerhin sah eine Gruppe Abenteurer, der ich auf meinen Wanderungen durch die Region gelegentlich begegnete, wie ich dem Avatar hinterher lief und half mir, auf seiner Spur zu bleiben. Den Fenrir deuteten sie als Manifestation des Toshigami des betreffenden Jahres und so wurde die ganze Angelegenheit als gutes Omen angesehen.
Wenn ich es mir recht überlege, ist der Brauch der Abenteurer, die umherziehenden Toshigami aufzusuchen, wohl auf diesen Zwischenfall-Prall zurückzuführen.
Es hatte also alles mit mir angefangen …

„He, du Meister-Bändiger der Toshigami!“
„Diesen Spitznamen verbitte ich mir!“

So etwas Peinliches sollte mir nie wieder geschehen!

„Oder ist es zu schwer für dich, einen Toshigami herbeizurufen?“
„Ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht kann.“
„Na, dann zeig doch mal!“
„…“

Und der Weißmagier zeigte wieder sein arrogantes Grinsen.

Das war also die Vorgeschichte. Und jetzt verfolgte ich den losgerissenen Leviathan über Stock und Stein-Bein.

Quer durch die graue Landschaft Gustabergs schlug der Avatar seine Haken, bald mal links und bald mal rechts. Obwohl er eigentlich eine Seeschlange war, wand er sich durch die Luft als befände er sich im Wasser.
Die Verfolgung des Leviathan kostete mich von Minute zu Minute mehr Magie …
Mein Atem ging schwer und ich sah Sterne vor den Augen. Der Schweiß floss mir in Strömen über die Stirn und mein Herz pochte wie wild.

Ich würde ihn nie einholen!

Ich fiel hin und lag mit allen vieren von mir gestreckt in der grauen Landschaftaru.
Einen Avatar in unserer Welt zu manifestieren kostet viel magische Kraft. Und ein losgerissener Avatar entzieht dem Beschwörer noch mehr Magie als gewöhnlich, um auf unserer Ebene verweilen zu können. Denn wenn seine eigene Lebenskraft-Saft ausgeht, wird er zurück auf die Astralebene katapultiert.
Mir konnte er gar nicht schnell genug wieder verschwinden. Also beschloss ich, einfach zu warten, bis er seine Kraft vollends verbraucht hatte. Doch der durch die Lüfte schlängelnde Leviathan dachte gar nicht daran, mir diesen Gefallen zu tun, und blieb auf einmal stehen.
Er kehrte um und starrte aus nicht einmal zwanzig Schritt Entfernung auf mich herab. Das war es, dachte ich, jetzt war es um mich geschehen.

Lass mich in Frieden! Erst der Fenrir, jetzt dieser Wurm!
Was hast du bloß mit mir im Sinn!?

„Schau mal, Vater! Das ist aber eine große Schlange!“
„Ja, das nenne ich mal ein gutes Omen! Die Schlange ist doch der Toshigami des neuen Jahres!“
„Der Toshigami?“
„So ist es. Du solltest etwas Respekt zeigen und ihm huldigen. Das wird dir Glück bringen.“

Ich warf einen Blick in Richtung der Stimmen.
Dort sah ich einen Mann mit seinem Sohn, die sich auf Wanderschaft befanden.
Die blassgrünen Schuppen der Riesenseeschlange schimmerten im ersten Licht des neuen Jahres. Der Vater und sein Sohn verbeugten sich vor dem Toshigami, tief, als würden sie vor Altana persönlich stehen.

„Was das neue Jahr wohl bringen wird, Vater?“
„Es wäre schön, wenn die Geschäfte ein bisschen besser laufen würden. In Adoulin soll es alles geben, was man sich nur wünschen kann, sagt man. Vielleicht kann ich ja ein paar exotische Waren aus Adoulin in mein Sortiment aufnehmen. Die würden bestimmt weggehen wie warme Rarab-Schweife. Doch der Weg bis dorthin ist leider weit und die Region soll auch sehr gefährlich sein“, sagte der Vater zu seinem Sohn.

Der schaute zu seinem Vater auf, auch wenn er die Bedeutung seiner Worte nicht gut verstand. Der Vater lächelte seinen Sohn an und strich ihm mit seiner großen Hand über den Kopf-Schopf.

Wenn sich der Leviathan ausgerechnet jetzt in Luft auflöste, würde die beiden das bestimmt als schlechtes Omen deuten.

Mit einem Seufzer stand ich auf und klopfte mir den Sand von meinem Wams.
Ich griff in meine Tragetasche und holte ein Fläschchen süßen Apfelsaft hervor und leerte es in einem Zug-Krug. Das gab mir augenblicklich einen Teil meiner magischen Kraft zurück. Der Leviathan blickte zu mir herab und setzte seine Schwimmbewegungen fortaru.

Er beugte sich zu dem Vater und Sohn und segnete sie mit einem Zauber. Dann schüttelte er sein Haupt, als wollte er seine Kräfte sammeln und erhob sich in den Himmel.

„He, ich fang dich!“, rief der Sohn vergnügt und lief dem Avatar hinterher.

Im Davonschlängeln drehte der Leviathan sich noch einmal um und mir war, als ob er mir ein zufriedenes Lächeln zuwarf.

Text: Miyabi Hasegawa


Veranstaltungszeitraum

Das Sonderereignis findet voraussichtlich von Montag, 31.12.2012 um 15.00 Uhr (GMT) bis Donnerstag, 10.01.2013 um 8.00 Uhr (GMT) statt.