Mein Name ist Grennith.
Ich arbeite als oberste Kammerfrau für das Haus Adoulin.

Nicht wenige behaupten, das Haus sei gegenwärtig nur eines von zwölf, doch Haus Adoulin wird innerhalb des Heiligen Adouliner Städtebunds noch immer eine Führungsrolle zuteil – sowohl innen- als auch außenpolitisch.

Kein Wunder, fließt doch das Blut des Gründerkönigs in den Adern von Prinz Ygnas S. Adoulin und seiner Schwester Arciela V. Adoulin. Sie schämten sich nie für ihre Herkunft. Ganz im Gegenteil, von kleinauf genossen sie die notwendige Bildung, um das Reich eines Tages regieren zu können.

Nun ja, für eine Prinzessin ist Arciela etwas wild geraten, oder sollte ich besser sagen „freiheitsliebend“ …
Aber was rede ich da! Ach, ich und mein loses Mundwerk.

Jedenfalls kann man das Volk nur regieren, wenn einem das Volk genügend Vertrauen entgegenbringt. Und das Volk beobachtet alle Aktivitäten des Prinzen genau. Wenn er nicht streng zu sich selbst und ein Vorbild an Gesetzestreue ist, wird er niemals ihre Gunst erlangen.

Die Worte stammen übrigens nicht von mir, sondern aus dem Munde unserer Prinzessin Arciela.

Sie schreibt ein Tagebuch. Und das wohl wissend, dass dessen Inhalt nach ihrem Tode veröffentlicht wird. Ich hoffe nur, sie ist sich wirklich über die Tragweite ihres Handelns im Klaren.

Tja, und mit der wichtigen Aufgabe des Korrekturlesens hat sie mich, die oberste Kammerfrau bedacht. Bei mir brauche sie sich keine Sorgen machen, hat sie gesagt …

„Cynthia, komm doch bitte mal.“
„Jawohl.“
„Hatte ich nicht gesagt, du sollst mir Bescheid geben, bevor du Veränderungen an meinen Texten vornimmst?“
„Gefällt es Euch denn nicht?“
„Es geht darum, dass ich dir als Prinzessin viel Vertrauen entgegenbringe und du dir deiner Verantwortung anscheinend nicht bewusst bist.“

Doch auch die Prinzessin scheint sich ihrer Verantwortung als Verfasserin nicht ganz bewusst zu sein …

Die von Grennith editierte Fassung Arcielas Tagebuchs könnt ihr hier nachlesen.