Der vierte Teil der Deponia Trilogie ist erschienen. Das klingt erstmal komisch, trifft aber zu. Denn obwohl Daedelic Entertainment immer betonte, dass kein weiterer Teil erscheint, ist jetzt Deponia Doomsday erschienen. Mit der Veröffentlichung nur eine Woche nach Ankündigung ist dem Team rund um Jan „Poki“ Müller-Michaelis schon mal ein Geniestreich gelungen. Ob das auch mit dem neuen Abenteuer von Rufus, Goal und Co gelingt, erfahrt ihr in diesem Test.

Story

Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment
Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment
Deponia Doomsday ist kein klassisches Sequel. Sehr früh im Spiel wird klar, dass man sich vor den Ereignissen vom dritten Deponia Teil Goodbye Deponia wiederfindet. Wie konnte das nur passieren? Man hat doch gerade noch einen alten Rufus durch eine postapokalyptische Welt begleitet.
Die Erklärung ist ganz einfach: Zeitreisen.
In Deponia Doomsday bekommt Rufus eine Zeitmaschine in die Hände und alle, die Rufus kennen, wissen, dass da nichts Gutes rauskommen kann. Und so ist es dann auch. Man begleitet Rufus durch eine Katastrophe nach der anderen. Dabei bereist man verschiedene Zeiten und Zeitlinien, in denen man altbekannte Charaktere wiedertrifft und sogar Hintergrundinfromationen zu den Ereignissen vor der Deponia Reihe und verschiedenen Charakteren bekommt.
Rufus legt die Welt in Schutt und Asche | Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment
Rufus legt die Welt in Schutt und Asche | Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment

Umsetzung

Deponia Doomsday ist ein typisches Point and Click Adventure und führt den Spieler mit der bewährten Steuerung aus ansehen oder benutzen durch eine Vielfalt von Rätseln. Wie auch in den früheren Teilen gibt es hin und wieder ein Minispiel, in dem man eine Aufgabe erfüllen muss, um in der Story voranzukommen oder einen bestimmten Gegenstand zu ergattern. Leider passt die Steuerung bei einigen Minispielen teilweise nicht und man hängelt sich mehr schlecht als recht durch.
Das Spiel mit den verschiedenen Zeitlinien funktioniert dafür umso besser. Immer wieder sieht man die Auswirkungen der eigenen Taten in anderen Zeiten und teilweise muss man die Zeitreisen sogar nutzen, um in der Zukunft durch Veränderungen weiterzukommen. Das bleibt größten Teils gut nachvollziehbar und es macht außerordentlich Spaß zu sehen, wie sich die Taten auf die Zukunft auswirken. So verwandelt sich zum Beispiel ein alter, reicher Mann in einen armen Koch, weil man dafür gesorgt hat, dass er in jungen Jahren seinen Job verloren hat.
Einzig gegen Ende wird es sehr verzwickt und man muss schon zweimal überlegen, um dem Geschehen folgen zu können.
Die Schwierigkeit der Rätsel passt zu den Vorgängern und trifft, meiner Meinung nach, sehr gut den schmalen Grat zwischen nachvollziehbar schwierig und einfach in den Wahnsinn treibend. Auch wenn ich an ein oder zwei Stellen fast verzweifelt wäre, weil die benötigte Kombination der Gegenstände, in diesen Fällen, keinesfalls nachvollziehbar war und ich nur durch wildes benutze alles mit allem weiterkam. An einer Stelle verweist das Spiel sogar selbst darauf, dass es überhaupt keinen Sinn macht, was man gerade macht. Dann kommt von Rufus jedoch ein trockenes „Ach, was soll´s.“ und es klappt.

Grafik

Nicht alles ist kaputt | Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment
Nicht alles ist kaputt | Deponia Doomsday © Daedalic Entertainment
Der Grafikstil hat sich zu den anderen Teilen von Deponia nicht verändert. Man setzt weiterhin auf den bewährten Zeichenstil. Charaktermodelle und Szenen sind dabei sehr sorgfältig gezeichnet und man findet viele Anspielungen auf die Ereignisse der Deponia Trilogie und sogar auf andere berühmte Adventures.

Sound

Die Musik von Deponia Doomsday ist wirklich sehr gelungen. In der Titelmelodie wird man an die Musik von Zurück in die Zukunft erinnert, bevor es dann in das altbekannte Deponiatheme übergeht, das aber, passend zu den Zeitreisen, etwas abgefahren klingt.
Die Synchronisation wird genauso hochklassig fortgesetzt, wie es in Goodbye Deponia aufgehört hat. Allen Synchronsprechern merkt man an, dass sie reichlich Spaß an den Aufnahmen hatten und das macht wiederum Spaß beim Zuhören.
Dann gibt es natürlich noch die Lieder von Jan „Poki“ Müller-Michaelis, die in einigen Zwischensequenzen die Geschichte erzählen. Die Lieder gehen, wie bei den Vorgängern, ins Ohr und passen super zur Atmosphäre des Spiels.

Extras

Wie auch in den anderen Teilen gibt es in Deponia Doomsday Sammelobjekte, die man sich im Hauptmenü ansehen kann. Darüber hinaus kann man wieder alle Zwischensequenzen in einer Videosammlung Revue passieren lassen.

Deponia Doomsday
Publisher Daedalic Entertainment
Entwickler Daedalic Entertainment
Veröffentlichungsdatum 1. März 2016
Genre Adventure
Plattform PC, MAC
Text Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch
Sprache Deutsch, Englisch
Spieleranzahl 1
USK 6
UVP 29,99€
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
9
Spielmechanik
8
Grafik
10
Sound
10
Preis
8
Extras
5
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Schon seit frühester Kindheit begleiten mich Videospiele durch mein Leben. Und wenn ich so drüber nachdenke ist das schon ganz schön lang. Es gab kurze Abstecher zum PC, aber im Grunde bin ich Konsolenspieler und so bin ich inzwischen fast ausschließlich auf der Xbox One unterwegs. Auf ein bestimmtes Genre bin ich nicht festgelegt. Ich bin was Games angeht, wie man so schön sagt, offen für alles.