Filmkritik: Seven Days War

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Seven Days War im Kino
©2019 Osamu Souda, KADOKAWA/Seven Days War Partners

Mit Seven Days War bringt uns die KAZÉ Anime Night einen weiteren Film ins Kino, welcher das Erwachsenwerden von Jugendlichen behandelt. Ein Thema, welches uns alle irgendwann im Leben betrifft.

Um was geht es?

Als Mamoru erfährt, dass seine Kindheitsfreundin und heimliche Liebe Aya bald wegziehen muss, schlägt er vor, mit ihr durchzubrennen. Sie versteht es jedoch falsch und lädt weitere Freunde ein, um mit ihnen ein siebentägiges Geburtstagscamp zu veranstalten. Gemeinsam verstecken sie sich in einem verlassenen Kohlekraftwerk. Doch schon bald entdecken sie dort einen illegalen Immigranten, der von der Einwanderungsbehörde gesucht wird. Daraufhin versuchen sie sich sieben Tage lang im Kraftwerk zu verbarrikadieren, und so entsteht eine jugendliche Rebellion gegen die Erwachsenen.

Eindruck

Die Story, wie Jugendliche gegen Erwachsene rebellieren und verzweifelt versuchen, einen Ort zu beschützen, ist keine neue. Aber es wird schnell klar, dass jeder Charakter noch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat, weshalb der Film auch auf gesellschaftliche Themen wie zum Beispiel Mobbing, Migrationsprobleme, LGBTQ+ oder Karrieredruck von den Eltern eingeht. Das Problem ist jedoch, dass der Film viel zu kurz ist, um all diese Themen ausführlich zu behandeln und so bleiben die meisten davon in der Luft hängen. Dadurch werden die Charaktere, die interessante und realistische Züge aufweisen, flach und oberflächlich, da sie keine Zeit für einen richtigen Character-Arc haben. Auch die Antagonisten sind übertrieben einfältig und unwirklich. Selbst wenn es ein paar interessante Szenen gibt, ist die Story sehr vorhersehbar und es gibt einige Plotholes und Momente, die unlogisch oder ralitätsfern sind.

Allerdings ist die Animation sehr gelungen. Es gibt einige gute kinematographische Elemente und schöne Lichteffekte. Zudem trägt der Soundtrack gut zur Atmosphäre bei. Vor allem das Opening Theme Kessen Zenya und das Ending Theme Spirit, beide von Ibuki Sano gesungen, sind thematisch passend und einprägsam. Die deutsche Synchronisation von der VSI Synchron GmbH ist ebenfalls angemessen und gut gesprochen.

Während der Film technisch gesehen also hochwertig ist, ist er inhaltlich eher mangelhaft. Man merkt, dass die Produzenten mehr machen wollten als ihnen mit der geringen Zeit eigentlich möglich war. Man sollte den Film also eher anschauen, wenn man einfach nur abschalten und die Animation und Musik genießen will.


Ein herzliches Danke geht an KAZÉ und Themroc, dass wir Seven Days War bereits vorab genießen durften.


Seven Days War
Originaltitel:Bokura no Nanokakan Sensou (ぼくらの七日間戦争)
Genre:Action, Comedy, Drama
Dauer:88 Minuten
FSK:12 Jahre
Regie:Murano Yuuta
Drehbuch:Ookouchi Ichirou
Studio:Aija-Do
Kinostart:10. August 2021
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