Review: Serious Sam 4 für PC

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Review Serious Sam 4 für PC
Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Serious Sam 4 ist der neue actiongeladene Shooter des Entwicklers Croteam. Seit September zieht der berühmte Widerstandskämpfer Sam Stone erneut gegen feindliche Invasoren in die Schlacht.

Um was geht es in Serious Sam 4?

Eine riesige Armee von Außerirdischen hat die Erde überfallen, Städte verwüstet und einen Großteil der Zivilisation vernichtet. Die Earth Defence Force ist der letzte Widerstand der Menschheit gegen diesen übermächtigen Feind.

Zahlreiche Soldaten, Wissenschaftler, aber auch ganz normale Menschen haben sich ihr angeschlossen. Und angeführt werden sie von keinem geringeren als von Sam „Serious“ Stone höchstpersönlich. Gemeinsam bereiten sie sich auf den großen Showdown gegen die größte Invasoren-Armee aller Zeiten vor.

Story

Serious Sam 4 startet mitten im actionreichen Geschehen. Soldaten des Widerstandes erzählen von ihren Erlebnissen und der großen, noch bevorstehenden Schlacht. Nur wenige Sekunden später kämpfen wir als Serious Sam gegen eine riesige Armee, bestehend aus einer schier unendlichen Masse aus Gegnern. Doch dies sollte nur ein kurzer Ausblick auf den entscheidenden Endkampf sein.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Der Bildschirm wird schwarz und wir spawnen in der wunderschönen italienischen Hauptstadt. Dort beginnt die erste Mission für Sam: Die Rekrutierung eines Priesters für den Widerstand. Mit nur einer Schrotflinte und einer Pistole stellt er sich jedem grässlichen Monster, das Rom heimgesucht hat.

Die weitere Story dreht sich ganz um das Bezwingen der außerirdischen Invasoren. Von Level zu Level dringt Sam weiter in die Stadt ein, um sie zu befreien. Ist dies einmal geschehen, warten weitere Schauplätze darauf, gesäubert zu werden.

Auf Sams Weg erhält er mehrmals die Gelegenheit, Nebenmissionen abzuschließen. Meist beauftragen ihn normale Bürger, die er unterwegs trifft. Das Komische daran ist, dass diese Menschen völlig unbewaffnet in der teilweise zerstörten und von Aliens kontrollierten Stadt herumstehen. Weitreichende Logik ist hier fehl am Platz.

Charaktere

Der natürlich wichtigste Charakter ist Sam „Serious“ Stone höchstpersönlich. Er kämpft schon länger für den Widerstand und hat sich einen guten Ruf aufgebaut. Ihn kann nichts und niemand bezwingen. Er liebt schnelle Waffen, große Explosionen und vor allem tote Invasoren.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Auf seinem Weg wird Sam von weiteren Soldaten des Widerstandes begleitet. Darunter Frischling Kenny, Pilotin Hellfire, Pater Mikhail, Soldat Rodriguez und viele weitere. Sie alle nehmen die Rolle des Nebencharakters und des Begleiters des einzig wahren Serious Sam ein.

Synchronisation

Hierzu gibt es nicht viel zu sagen. Die Stimmen der Charaktere und Monster sind passend gewählt. Den Ton gibt es jedoch nur auf Englisch, mit wahlweise deutschem Untertitel. In diesem haben sich auch ein paar Fehler eingeschlichen, denn mehrere Sätze wurden einfach nicht übersetzt.

Spieldesign

Als Serious Sam werden wir direkt in das Kampfgeschehen hineingeworfen. Ein Tutorial gibt es nicht, lediglich ein weit entferntes Ziel, zu welchem wir uns durchkämpfen müssen.

Die Feinde spawnen in Sekundenschnelle und lassen uns keine Zeit in das Spiel einzufinden oder unseren nächsten Schritt zu planen. Im Vergleich zu den früheren Serious Sam-Teilen sind die Zahlen der Gegner jedoch deutlich geschrumpft. Somit ist auch die Einstellung „schwer“ relativ leicht zu meistern.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Wer nicht gerne alleine spielt, kann das gesamte Game mit bis zu drei Freunden im Koop-Modus bestreiten.

Steuerung

Diese entspricht einem typischen Ego-Shooter. Wem die voreingestellte Tastenbelegung nicht zusagt, der kann sie in den Optionen einfach umstellen.

Ein Kritikpunkt an dieser Stelle ist die Dynamik der Bewegungen. Die Maussensibilität ist zu Beginn sehr hoch eingestellt. So fällt es schwer, sich auf einen Punkt zu konzentrieren und jegliche Interaktion bedarf höchster Konzentration und Anstrengung.

Mächtige Gegner

Ganz im Stil der Serious Sam-Spiele warten erneut riesige Horden an kleinen und großen, schnellen und hinterlistigen Gegner auf uns. Auf unserem Weg werden wir immer wieder auf großflächigen Plätzen von wilden außerirdischen Biestern überrannt. Und überrannt ist das richtige Stichwort. Denn bei dieser plötzlich angreifenden Masse heißt es schnell schießen, immer schön den Kopf treffen und bloß nicht stehen bleiben.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Wenn unser Sam dann doch einmal stirbt, ist das zum Glück keine große Sache. Nach wenigen Sekunden spawnen wir an der Todesstelle. Einerseits ist es praktisch, da wir sofort wieder im Geschehen sind. Auf der anderen Seite bleiben die Gegner jedoch ebenfalls an dieser Stelle stehen. Und es gilt erneut: Lauf um dein Leben oder schieß dir deinen Weg frei.

Wer gedacht hat, Massen von Feinden wären eine große Herausforderung, der hat Serious Sam unterschätzt. Denn es gibt unterschiedliche Arten von Aliens, die alle andere Fähigkeiten besitzen. So sind da beispielsweise die enthaupteten Kamikaze. Mit zwei Bomben in den Händen explodieren sie sofort nach einem Treffer. Oder wir treffen auf gruselige Vampire, die uns mit jedem Angriff für kurze Zeit blenden.

Vergleichen wir nun Serious Sam 4 mit den früheren Teilen, so fällt auf, dass die Anzahl an Gegnern auf den Schlachtfeldern deutlich geringer geworden ist. Selbst im schwersten Schwierigkeitsgrad stellen die Feinde keine so große Bedrohung mehr dar wie früher. Was leider sehr schade ist.

Schreiten wir also von Level zu Level voran, steigt nicht nur die Anzahl der Feinde, sondern auch deren Schwierigkeitsgrad. Während die Kamikaze noch leicht zu töten sind, benötigt ein riesiger Minotaurus schwerere Geschütze, bevor er zu Fall geht.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Erfahrene Serious Sam-Spieler kennen bereits die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Gegner. Doch auch Neulinge finden sich sehr schnell in das Spiel ein, denn es sind immer die gleichen Feinde, die es zu töten gilt.

Waffen

Hier liegt der Fokus eindeutig auf den Schrotflinten. Das ist die erste Waffe, die wir erhalten und meist die letzte, in der noch Munition übrig ist. Das Gute daran ist, dass sie fast gegen jeden Gegner eingesetzt werden kann.

Ein Scharfschützengewehr gibt es zwar, jedoch kommt es nur selten zum Einsatz, einfach aus dem Grund, dass die Schlachten von Dynamik und vielen Toden geprägt sind.

Die Raketenwerfer haben eine große Distanz und erledigen in Sekundenschnelle auch große Gegner. Das Zielen damit ist zunächst ziemlich schwer, doch im Laufe des Spiels erhalten wir ein automatisches Anvisieren. Das heißt, die Raketen folgen dem ausgewählten Ziel.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Nachdem wir uns durch Rom gekämpft und endlich die meisten Waffen erhalten haben, wechselst die Szenerie und alles beginnt erneut. Wir begeben uns nach Frankreich und müssen wieder alle Waffen, die wir Sekunden vorher noch hatten, freispielen. Mit Ausnahme der Kanone und der Laserwaffen, sind jedoch keine neuen Gewehre oder Schrotflinten hinzugekommen. Einen Sinn dahinter scheint es wohl nicht zu geben.

Fähigkeiten

Auf unserem Weg durch Städte und Landschaften finden wir hin und wieder einen mysteriösen, lilafarbenen Orb. Dieser ermöglicht es, eine neue Fähigkeit zu erlernen. Dadurch kann Sam zwei Waffen gleichzeitig führen, mehr Loot am Ende der Schlacht erhalten oder bei einem Nahkampftreffer Leben zurückerhalten. Natürlich können nicht alle Fähigkeiten erlernt werden. Daher sollte die Fähigkeiten passend zum eigenen Spielstil gewählt werden.

Ein kleiner Tipp am Rande: Ein paar wenige Fähigkeiten müssen erlernt werden, um bestimmte Erfolge freischalten zu können.

Grafik und Sound

Die Grafik in Serious Sam 4 lässt leider zu wünschen übrig. Neben den grässlichen Monstern wirkt die gesamte Umgebung durchgehend unscharf. Die im Spiel dargestellten Schauplätze, wie die St. Peterskirche in Rom oder die große Burg und die Kathedrale in Paris, werden den echten Orten nicht gerecht. Die großen Bauten werden vereinfacht dargestellt und viele Details wurden weggelassen. Man hat den Eindruck vor einer schlecht umgesetzten Kopie zu stehen.

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Serious Sam 4 ©Devolver Digital

Riesige Schlachten werden auf weitläufigen Plätzen ausgetragen. Wenn wir im Spiel jedoch voranschreiten und die Umgebung erkunden, scheint es, als ob wir immer wieder dieselben Schauplätze finden. Hier hat sich der Entwickler wohl nicht die Mühe gemacht, diese Plätze großartig zu verändern. Und auch die Häuser in Paris haben eine große Ähnlichkeit mit denen in Rom.

Ganz nach Serious Sam-Art wurde der Fokus auf die Schlachten und das Gemetzel gelegt. Die Grafik blieb dabei auf der Strecke.

Dagegen punktet Serious Sam 4 in Sachen Sound. Die actiongeladenen Songs kündigen die nächsten Horden von Gegnern an. Und nichts passt zu einem Shooter besser als harte Klänge während der Schlacht. Ist die Melodie verklungen, wissen wir, dass auch der letzte Feind tot ist und wir friedlich weiterziehen können.


Serious Sam 4
PublisherDevolver Digital
EntwicklerCroteam
GenreEgo-Shooter, Action
Konsole/PlattformPS4, Xbox One, PC
Text/SpracheEnglisch, Deutsch und andere
Spieleranzahl1 bis 4
Veröffentlichungsdatum24. September 2020
USK18
UVP39,99 €
Überblick der Rezensionen
Story/Atmosphäre
7
Charaktere
4
Synchronisation
5
Spieldesign
5
Balance
6
Grafik & Sound
4
Preis-Leistungs-Verhältnis
4
Gaming, Bücher, Konzerte, Festivals und Serien sind meine Leidenschaften. Ich zocke am Pc und auf der Nintendo Switch. Dabei sind Shooter, Battle Royale, Renn- und Simulationsspiele meine Favoriten. Mein Lieblingsgame? Pokemon Platin ♡

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