Wenn ein pixeliger Plattformer via Kickstarter ordentlich absahnt, dann muss das Spiel schon eine Menge zu bieten haben. Was Shovel Knight tatsächlich zu bieten hat und warum es nicht nur ein „8-Bit“-Spiel ist, zeigen wir euch hier.

Story

Jede gute Geschichte fängt natürlich mit einem Ritter, einer Schaufel und einer Frau an. Wie? Schaufel? Ja, richtig gelesen! Shovel Knight hat geschworen, den Kodex der „Schaufeln“ zu bewahren.

Doch die Geschichte nimmt dabei zunächst den Faden von vergangen Zeiten auf und erzählt von einem Land, das vor langer Zeit ungezähmt und von legendären Abenteurern bevölkert wurde. Auch Shovel Knight reiste in dieser Zeit zusammen mit einer Frau, an die er sein Herz verlor. Diese war Shield Knight.

Doch das Schicksal wollte es, dass ihre gemeinsame Reise früh endete, denn ein Zauber eines verfluchten Amuletts, aus dem Turm des Schicksal, sorgte dafür, dass die beiden sich trennten. Shovel Knight erwachte, nachdem der Zauber sie traf, außerhalb des Turms. Der Turm des Schicksals war versiegelt und seine Liebe, Shield Knight, verschwunden. Mit gebrochenem Herzen zog sich Shovel Knight zurück und fristete seit jeher ein Leben in Einsamkeit.

Diesen Umstand jedoch nutzten die Verzauberin und ihr Orden ohne Gnade aus. Ohne die einstigen Helden fiel das Land innerhalb kürzester Zeit in ihre Händen. Nun, da die Versiegelung des Turms gebrochen wurde und die Welt am Abgrund steht, macht sich ein Held mit einer Schaufel in ein neues Abenteuer auf.

Umsetzung

Ein Hoch auf die Schaufel
Die grundsätzliche Führung der Charaktere ist relativ einfach gehalten. Bewaffnet mit einer Schaufel, stellt man sich den Gegnern. Entweder man schlägt kräftig zu oder man benutzt die Schaufel, genau wie in Ducktales den Gehstock von Dagobert, als eine Art Pogo-Stock und hüpft den Gegnern auf den Kopf herum.

Dabei dient die Schaufel natürlich nicht nur als Waffe, nein, man kann mit ihr natürlich auch Angriffe geschickt abwehren und kontern und sogar ein paar Edelsteine aus Erdhügeln ausbuddeln. Zudem dient sie auch dazu, diverse Sprungvorrichtungen zu aktiveren, Wände zu zerstören und durch den Pogo-Stock-Effekt auch höher gelegene Abschnitte und Leitern erreichbar zu machen.

Bild für Bild
In Shovel Knight bewegt man sich oftmals Bild für Bild durch die einzelnen Level, ohne erahnen zu können, was einem im nächsten Abschnitt bereits erwarten könnte.

Dabei sind die einzelnen Level sehr weitläufig und bieten diverse Wege, um den gutgläubigen Spieler schnell in die Irre zu führen. Mancherorts müsst ihr euch den nächsten Schritt auch gut überlegen, denn es erwarten euch Geister, herunterfallende Kronleuchter und Abschnitte, die immer wieder nur durch einen Blitz kurzzeitig erhellt werden.
Dann gibt es Level, in denen ihr euch schnell bewegen solltet, da der Boden euch im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter dem Hintern machen wird oder weil Gegner über euch hinwegfliegen und Tränke fallen lassen, die den Boden vor euch oder gar mit euch in die Luft jagen. Das Leveldesign bleibt also herausfordernd, abwechselnd und doch fair.

Ohne Checkpoints, ohne meine Schaufel!
Das Checkpoint-System in Shovel Knight macht das Spiel besonders interessant. In jedem Level gibt es mehrere Checkpoints, die darauf reagieren, wenn sie berührt werden. Sobald ihr gestorben seid, landet ihr beim letzten aktivierten Checkpoint.
Für wen dies langweilig klingt oder wer einfach einen größeren Schwierigkeitsgrad möchte, der kann die Checkpoints auch zerstören, in dem er mit der Schaufel darauf herumspringt, bis das Glas bricht.
Bedenkt aber, dass Sterben euch ein wenig eures Vermögens kosten wird. Ihr könnt euch dies zwar zurückholen, das setzt doch voraus, dass ihr den Ort eurer Niederlage erreichen könnt.

Charakterentwicklung und das Dorf
Im Grunde genommen gibt es hier keine direkte Charakterentwicklung und doch kann man die maximale Gesundheit und die maximale Magie des Shovel Knights erhöhen.
Im Dorf, das ihr beispielsweise als nächstes nach dem Einführungslevel erreicht, könnt ihr beim Gastronom Essensmarken eintauschen. Die Essensmarken könnt ihr beim Ziegelehrer erwerben. Aber Achtung, nach jedem Kauf steigt der Preis für die nächste Essensmarke exponentiell an.
Gleiches gilt für die Dienste der Zauberistin. Diese kann eure maximale Magie um jeweils 10 Punkte erhöhen, jedoch auch dies wird immer mehr Gold kosten als zuvor.

Ebenso könnt ihr in Dörfern oftmals auch Relikte erwerben, wobei diese ein Feuerballstab, mit dem ihr in gerader Richtung Feuerbälle verschießen könnt oder auch eine Medaille, mit der ihr kurzzeitig allen Gefahren entgehen könnt, sein können. Das Verwenden von Relikten verbraucht Magiepunkte.

Ein bisschen Abwechslung muss sein
An manchern Orten bietet Shovel Knight ein wenig Abwechslung vom herkömmlichen Spielen. So gibt es diverse Minispiele, wie zum Beispiel im ersten Dorf. Wer das geheime Zimmer entdeckt, kann dort versuchen, mithilfe der Schaufel, Gegenstände an bestimmte Stellen einer Wand zu schleudern und so Punkte sammeln.
Durchaus kann es auch nach einem erfolgreichen Levelabschluss vorkommen, das Shovel Knight einen Traum träumt, in dem ihr die Monster beseitigen und das, was von oben herabkommt, auffangen müsst.

Grafik

Grafisch zeigt sich das Spiel in 8-Bit-Nostalgie und wirkt dennoch nicht ttumpf, sondern lebendig. Die Oberweltkarte erinnert dabei stark an Super Mario Bros. 3 und Bossgegner halten den Spieler mit grafisch ansprechenden Angriffen in Schach. Das Spiel zeigt sich in vielen Abschnitten oft in dunkler Optik, jedoch gibt es durchaus auch farbenfrohe Momente. Besonderes Gimmick sind die Blitze, die dunkle Areale kurzzeitig erhellen und somit für eine spannende Herausforderung sorgen.

Sound

Der Sound ist teilweise peppig und mal etwas ruhiger, je nach Level, das man gerade erkundet. Dabei erinnern manche Sounds an alte Klassiker, wie zum Beispiel Mega Man. Das macht den Chiptune-Soundtrack nicht langweilig, sondern sehr interessant und auch abwechslungsreich.

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