Kommentar: Sollten Lootboxen verboten werden?

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Overwatch Lootbox © Blizzard

Im Zuge der bereits länger anhaltenden Debatte um Lootboxen möchte ich im Folgenden Stellung zur Fragestellung nehmen, ob Lootboxen generell verboten werden sollten oder diese Spielmechanik weiterhin ihre Daseinsberechtigung behalten sollte.

Was sind Lootboxen?

Für diejenigen, die den Begriff „Lootbox“ nicht kennen, erkläre ich es. „Lootbox“ oder wie es zu Deutsch heißt „Glücksbeutekiste“ beschreibt einen virtuellen Gegenstand, den man sich entweder erspielen oder, was von vielen als wesentlich problematischer angesehen wird, mit Echtgeld erwerben kann.

Solche Lootboxen sind entweder mit rein kosmetischen Gegenständen befüllt, die einem keinerlei spielerischen Vorteil verschaffen, oder beinhalten auch Spielgegenstände, die Spielern, die Echtgeld in das Spiel investieren, einen deutlichen Vorteil gegenüber denjenigen verschaffen, die keinen Cent investieren. Dieser Vorgang nennt sich im Spielerslang auch „Pay-to-Win“.

Sollten Lootboxen verboten werden?

Um sich dieser Fragestellung entgegenzustellen, muss man mehrere Aspekte berücksichtigen, damit man sich seine eigene Meinung dazu bilden kann.

Schaut man aus Sicht der Spieler auf diese Spielmechanik, wäre es für die meisten natürlich besser, wenn man das Aussehen des eigenen Charakters wie früher am Fortschritt im Spiel messen kann. Einfach gesagt: Hast du ein hohes Level und bist weit im Spiel, sieht dein Charakter auch dementsprechend aus.

Inzwischen haben sich die Lootboxen jedoch schon so etabliert, dass man kaum noch jemanden sich beschweren hört, dass Glücksbeutekisten mit kosmetischen Gegenständen in einem Spiel störend seien. Die meisten haben sich bereits mit diesem Aspekt abgefunden.

Einzig was Lootboxen mit Spielvorteilen angeht, gibt es eine Nulltoleranz. Zuletzt hat man es bei Diablo Immortal bemerkt, doch nicht nur da kam das Thema auf, sondern bereits in der Vergangenheit bei Spielen wie Star Wars Battlefront 2 und FIFA.

Kommentar Sollten Lootboxen verboten werden - Beispielbild Lootbox
Star Wars Battlefront 2 Lootbox © Electronic Arts

Wie reagieren Entwickler auf dieses Thema?

Die Reaktionen sind verschieden. Während Electronic Arts nach der Kritik an Star Wars Battlefront 2 das Lootboxsystem aus dem Spiel auf ausschließlich kosmetische Gegenstände umgestellt hat, weigert sich Blizzard bei Diablo Immortal das System zu ändern, was auch zu dem extrem niedrigen Metacritic Userscore von nur 0,3 von zehn führt.

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Metacritic Score © Metacritic

Für Entwickler und Publisher sind Lootboxen natürlich ein lukratives Geschäft. Pro Juventute, eine Organisation in der Schweiz, die sich für Wohlsein von Kindern und Jugendlichen einsetzt, zufolge machen diese Gegenstände circa die Hälfte aller Einnahmen eines Spiels aus.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Preise durchaus bezahlbar sind, weswegen mehr Spieler dieses Angebot wahrnehmen. Dadurch, dass es viele nutzen, kommt am Ende eine ordentliche Summe zustande. Abgesehen von diesen „Gelegenheitskäufern“ gibt es natürlich auch Spieler, die vierstellige Beträge bis hin zu ganzen Monatsgehältern in ein Spiel stecken.

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Lootbox Preise © Electronic Arts

Sind Lootboxen Glücksspiel?

Bei dieser Frage sind sich viele einig. Diese Mechanik erfüllt aus Sicht der meisten die Kriterien eines Glücksspiels, da die Spieler nicht wissen, welchen Gegenstand sie aus einer solchen Box erhalten werden. Glücksspiel ist eigentlich strengen Auflagen unterstellt und Minderjährigen sollte dieser Zugang garnicht erst ermöglicht werden.

Gesetzlich schaut es jedoch anders aus. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, die die meisten wohl unter der Abkürzung „USK“ kennen dürften, schreibt dazu Folgendes:

Als Glücksspiel gelten dem Gesetz nach Spiele, bei denen Spieler*innen gegen ein Entgelt eine Gewinnchance erwerben und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Lootboxen, die gegen ein Entgelt immer ein zufällig generiertes Item vergeben, gelten nach üblicher Auffassung bisher nicht als Glücksspiel.

Auf die Frage, ob Lootboxen demnach unproblematisch seien, schreibt jedoch auch die USK ein klares „Nein“ und führt weiter aus, dass ihnen bewusst ist, dass viele Drittanbieter über Webseiten auch Spielgegenstände zum Kauf anbieten und viele solcher Seiten auch nicht zulässig sind. Dieser Aspekt betrifft jedoch nicht direkt die Spielehersteller, sondern ist ein alleinstehendes Problem.

Auch die Shopgestaltung sowie die enthaltene Werbung innerhalb eines Spiels spielt eine große Rolle. Beispielsweise ist die direkte Anrede von Kindern und Jugendlichen strengstens untersagt. Verstöße können der USK gemeldet werden.

Fazit

Unter diesen verschiedenen Gesichtspunkten lässt sich noch immer keine klare und eindeutige Aussage treffen. Es bleibt vorerst Thema und es wird auch zukünftig unterschiedliche Meinungen seitens der Spieler und Spieleentwickler geben.

Ein Verbot wäre meiner Meinung nach nicht wirklich zielführend, da dadurch insbesondere kostenlose Titel, die es sowieso schon schwer auf dem Markt haben, Einnahmen zu generieren, nochmal zusätzlich geschwächt werden.

Aus meiner Sicht sollte diese Mechanik strenger kontrolliert werden und mit in die Altersfreigabe einfließen. Beispielsweise kann ich nicht nachvollziehen, dass man Tausende von Euro in ein Spiel wie FIFA reinstecken kann und es trotzdem für Kinder problemlos zugänglich bleibt. Es ist ein Leichtes, sich die Kreditkarte der Eltern zu schnappen und drauf loszukaufen, ohne auch nur die Möglichkeit zu haben, das Geld erstattet zu bekommen.

Wie steht ihr zu der Sache? Ist es gut, wie es grade ist, sollte es strenger kontrolliert werden oder sogar im Gegenteil nicht so streng angesehen werden? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Für weitere interessante Specials und mehr schaut gerne in unsere Magazin-Kategorie.

Moin, ich bin James, 18 Jahre und spiele gerne Strategie-Aufbau Spiele sowie Taktikshooter. Ich habe großen Gefallen daran mich mit Gaming bezogenen Themen auseinanderzusetzen und freue mich, wenn andere meine Leidenschaft teilen oder von ihr profitieren.
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