Gestern feierte die Nintendo Switch das einjährige und nun wird es Zeit für ein Resümee, wie sich die Konsole die letzten zwölf Monate für mich geschlagen hat.

Was ist die Switch?

Stationäre Spielekonsole und doch gleichzeitig Handheld? Klar war ich skeptisch, als ich das hörte und doch war ich verdammt neugierig. Seit dem Game Boy sind die Handhelden und stationäre Konsolen von Nintendo ein ständiger Begleiter in meinem Leben. Zudem sind Nintendos Spielekonsolen für mich die besten Familienkonsolen, die es gibt. Beginnen wir doch zunächst einmal mit den Spezifikationen. Denn schließlich ist Nintendo auch bekannt dafür, sich nicht auf den Machtkampf von Sony und Microsoft einzulassen.

Spezifikationen

Wie bereits oben erwähnt, hat sich Nintendo bisher nicht einmal auf den Machtkampf von Sony und Microsoft eingelassen und ist meiner Meinung nach damit auch sehr gut gefahren. Dennoch wagen wir hier einen groben Vergleich zur PlayStation 4 der Produktionsserie CUH-2000 und das im vollen Bewusstsein, dass es eher ein Vergleich zwischen Äpfel und Wassermelonen sein wird.

  • Größe: 102 mm x 239 mm x 13,9 mm (mit angeschlossenen Joy-Con)
  • Gewicht: circa 297 g (mit angeschlossenen Joy-Con: 398 g)
  • GPU/CPU: angepasster NVIDIA Tegra-Prozessor
  • Systemspeicher: 32 GB, davon circa 6,2 GB für OS
  • Kommunikationsfunktionen: WLAN (IEEE 802.11 a/b/g/n/ac konform) / Bluetooth 4.1 (nur im TV-Modus – Eine kabelgebundene LAN-Verbindung ist durch kommerziell verfügbare, kabelgebundene LAN-Adapter möglich.)
  • Video-Output: maximale Auflösung: 1920 x 1080, 60 fps – Hinweis: Output via HDMI-Kabel im TV-Modus. Im Tisch-Modus und Handheld-Modus ist die maximale Auflösung 1280 x 720, was der Bildschirmauflösung entspricht.
  • Audio-Output: lineares PCM 5.1 – Hinweis: Output über HDMI-Kabel im TV-Modus
  • Kartenschlitz: nur für Nintendo Switch-Softwarekarten
  • microSD Card-Steckplatz: kompatibel mit Speicherkarten vom Typ microSD, microSDHC und microSDXC. – Hinweis: Um microSDXC-Speicherkarten verwenden zu können, muss über das Internet ein Update vorgenommen werden.

Mit gerade einmal 32 GB internem Speicher, wobei bereits ca. 6,2 GB für das Betriebssystem drauf gehen, sind schnell Grenzen erreicht. Mittels microSD-Karte kann der Speicher erweitert werden, was jedoch im Vergleich zu einer PS4 mit 500 GB Plattenspeicher natürlich nicht ansatzweise konkurrierend sein kann. Gleiches lässt sich auch über die GPU/CPU sagen. Bei dem angepassten Tegra-Prozessor von Nividia handelt es sich den Vermutungen nach um den Prozessor beziehungsweise um eine angepasste Variante des Tegra X1. Dieser dürfte nach Nvidias Beschreibung also ein 4-Core mit 64-Bit ARM Prozessor sein und 4K Videos mit 60 fps unterstützen. Klar ist, die CPU/GPU der PS4 ist ein AMD Jaguar und entsprechend leistungsfähiger. Hinzu kommt, dass die PS4 auch noch 8 GB GDDR5 besitzt. Bei den Spezifikationen der Switch lassen sich zwar keine Infos zum Arbeitsspeicher finden, dennoch sollen hier zwei LPDDR4-Module mit je 2 GB von Samsung verbaut sein.

Nichtsdestotrotz, Leistung ist nicht alles, wie Nintendo schon früher oft bewiesen hat.

Präsentation und Design

Die Nintendo Switch kommt, wie zu erwarten, in einem robusten Karton und damit wirklich gut geschützt ins Haus. Am Verpackungsmaterial hat Nintendo auch absolut nicht gespart. So ist jedes Teil von der Switch über die Joy-Con, der Dockingstation und den Kabeln sorgfältig in Folie beziehungsweise Luftpolsterfolie verpackt.

Enthalten ist neben der Switch, den beiden Joy-Con, die Joy-Con-Halterung, Joy-Con-Handgelenksschlaufen und der Dockingstation natürlich auch ein HDMI-Kabel sowie ein Stromkabel.

Mein Kollege und YouTuber Oger hat dazu auch ein kleines Unboxing gemacht, das ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:

Alle Teile der Nintendo Switch wirken auf den ersten Blick sehr stabil und konnten auch die letzten Monate von sich überzeugen. Egal ob zu Hause oder unterwegs, die Konsole ist robust und hält auch etwas aus. Natürlich hat die Konsole ab und an den Boden geknutscht und hat auch etliche Stunden in der Dockingstation verbracht.

Optisch wirken die Konsole sowie das Zubehör doch hochwertig, auch wenn das bei den Joy-Con zuerst nicht so scheint.

Kontroller

Die Kontroller liegen an sich sehr gut in der Hand, unabhängig davon, ob sie jetzt an der Switch befestigt sind, sich in der Joy-Con-Halterung befinden oder solo mit den Joy-Con-Handgelenksschlaufen genutzt werden.

Lediglich der rechte Joy-Con bleibt auch nach Monaten ein wenig ungewohnt von der Haltung, da der Joystick mittig angesetzt ist und nicht wie links, oben. Für Menschen mit kleinen Händen ist das weniger problematisch, für mich ist es etwas umständlich, aber nicht unangenehm.

Gegen alle meinen Erwartungen halten die Joy-Con an der Switch sehr gut. Ich hatte befürchtet, dass sich auf die Dauer die Halterung abnutzen würde, aber bis dato ist dem nicht so.

Neben den zwei mitgelieferten lassen sich nochmal zwei weitere Joy-Con dem System hinzufügen. Insgesamt stehen somit pro Konsole vier Joy-Con zur Verfügung.

Systemsoftware und Interface

Das Herzstück der Konsole ist und bleibt aber natürlich das kleine Tablet mit 6,2 Zoll großem Touchscreen und einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel. Das Home-Menü ist wirklich sehr übersichtlich gestaltet und bietet den direkten Zugriff auf die wichtigsten Dinge: die Spiele, Neuigkeiten, den eShop, ein Album mit Screenshots, eine Verwaltung der Controller, Systemeinstellungen und ein virtueller Power-Button für den Standby-Modus.

Links oben befindet sich unser Persönliches Profil, in dem sich Informationen zu den Spielaktivitäten befinden sowie eine Freundesliste und Benutzerbezogene Einstellungen. Bei letzterem kann der Spitzname und das Profilbild geändert werden und man kann Anpassungen vornehmen, damit Freunde beispielsweise den eigenen Onlinestatus sehen können. Ebenso ist es möglich, die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter mit dem eigenen Profil zu koppeln.

Das Betriebssystem lief bisher stets flüssig, flott und verlässlich, egal ob ich die Switch als Handheld oder als stationäre Konsole in der Dockingstation genutzt habe.

Einzig nach einem Software-Update blieb bei mir der Konsolenbildschirm schwarz. Das Problem konnte ich jedoch dadurch beheben, indem ich einfach den Akku leergehen habe lassen, anschließend in die Dock hineingestellt habe und etwas Laden lassen.

Spiele

Neben der Hardware ist natürlich auch das Spiele-Portfolio zum Release einer neuen Konsole wichtig und selbst da liefert Nintendo gleich das richtige mit. Von der Menge her betrachtet ist das Ganze jedoch etwas mau. Circa 15 Titel stehen zum Start der Konsole zur Verfügung und trotzdem kann Nintendo hier in meinen Augen mit zwei Hausproduktionen punkten: 1-2-Switch und The Legend of Zelda: Breath of the Wild.

Aber auch Titel wie I am Setsuna, Fast RMX, Voez oder Othello stehen zu Beginn bereit und wissen auf der Konsole zu überzeugen. In den weiteren Wochen dominieren vor allem Indie-Titel den Nintendo eShop und dennoch kann Nintendo nicht nur mich mit weiteren, kommenden Titeln bei Laune halten. Mit Mario Kart 8 Deluxe, auch wenn das eher wie eine aufgewärmte Suppe war, konnte mich Nintendo jetzt nicht so ganz fangen, dafür verführten mich aber ARMS, Splatoon 2, Mario + Rabbids Kingdom Battle und Super Mario Odyssey umso mehr. Insgesamt gibt es nun mittlerweile über 200 Titel für die Konsole im eShop: Ich finde, nach zehn Monaten kann sich das sehen lassen.

Jetzt möchte ich nochmal auf meinen Vergleich bei den Spezifikationen zurückkommen: ein Vergleich zwischen Äpfeln und Wassermelonen. Im Spieleportfolio zeigt sich mir, dass sich Nintendo absolut nicht in den Hardware-Machtkampf einmischen muss und mit seiner eigenen Spur generell sehr gut fährt, Aber dennoch will Nintendo eigentlich mehr.

Nintendos Konsolen waren für mich bisher immer DIE familienfreundlichsten Spielekonsolen, die es gibt. Da können sich Sony und Microsoft mal eine Scheibe abschneiden, wie ich finde. PlayStation und Xbox sind einfach mehr was für das erwachsene Publikum und davon will Nintendo nun auch ein paar Brötchen abhaben: bisher verhielt es sich so, dass Nintendo sich einfach viel zu passiv verhalten hat, wenn es um Spiele ging, die mit gewalttätigen oder sexuellen Inhalten von sich reden machten. Mit Doom und Wolfenstein 2: The New Colossus wäre schon mal ein Schritt getan. Ob das jedoch ausreicht, einfach Spiele für eine ältere Zielgruppe anzusammeln, wird sich zeigen. Denn schließlich begehren meiner Erfahrung nach die meisten PlayStation- und Xbox-Besitzer doch eher eine gestochen scharfe Grafik in hoher Auflösung, die konsoleneigenen Sprachchats und die Erfolgssysteme.

Probleme?

Ein Verbiegen, heiß werden oder Ähnliches, wie man oft im Internet liest, kann ich bisher mit meinem Exemplar nicht bezeugen. Was ich jedoch bestätigen kann, ist, dass auch bei meiner Switch ab und zu das Display nach dem Einschalten zwar etwas aufleuchtet, aber dennoch schwarz bleibt. Das Problem konnte ich lösen, indem ich die Switch in diesem Zustand einfach liegen ließ, damit sich der Akku entleerte. Nach erneutem Aufladen der Akkus zeigte sich das Problem nicht mehr. Insgesamt trat dieses Phänomen bisher drei Mal bei mir auf.

Das Einzige, das für meinen Geschmack zu wünschen übrig lässt, ist die Akku-Laufzeit: zwei bis fünf Stunden Spielzeit. Da hält selbst der Akku meines Handys länger durch, wenn ich es nur zum Spielen benutze.


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Nintendo Switch
HerstellerNintendo
TypStationär und Mobil
KontrollerJoy-Con, Switch Pro Controller
Sofware-Version4.1.0
SpieleSpeichermodule, SD-Karte, Download
Veröffentlichungsdatum03. März 2017
UVP329,00€
Überblick der Rezensionen
Design
8
Kontroller
7
Systemsoftware
8
Grafik
8
Spiele
8
Präsentation
8
Preis-Leistungs-Verhältnis
8
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Ich bin ein 88er Jahrgang, Gamer, Manga und Anime Freak sowie Blogger. Ich fühle mich in fast jedem Genre zuhause und bin für neue Dinge, mögen Sie noch so verrückt sein, zu haben. Ich Spiele derzeit Pokémon Mond, Paragon, Final Fantasy XIV und XV sowie Dishonored 2. Haltet einfach mal nach Fyoouki ausschau ;)